«Komm, ich erzähl dir eine Geschichte»
29.01.2026 Kolumnen, Uttwil , Salmsach, RomanshornChristoph Sutter

«Komm, ich erzähl dir eine Geschichte»
von Jorge Bucay, Fischer Verlag, Taschenbuch, 331 Seiten
Wer mich kennt, weiss, dass ich Geschichten mag. Klar stach mir das Buch des Titels wegen ins Auge. Dass ich damit aber in eine Lektüre eintauchte, die mich derart packte, war eine wunderbare Überraschung – ich bin von diesem Buch absolut begeistert! Dass es sich bei diesem Werk um einen Weltbestseller handelt, las ich erst später.
«Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.»
Jorge Bucay, der argentinische Autor, ist von Haus aus Psychiater und Gestalttherapeut. Er hat die Gabe, die Wirrnisse und das Komplizierte des Lebens einfach werden zu lassen. Er weiss zu den schwierigen Themen des Lebens zauberhafte Geschichten, welche gleichermassen Anleitungen und Aha-Erlebnisse darstellen. Leichtfüssig, witzig, lehrreich und unterhaltsam geben die Erzählungen Denkanstösse und vermitteln wertvolle Lebensweisheiten für alle, die dem Leben noch einmal und immer wieder neu begegnen wollen.
Das Buch, in viele kurze, auch unabhängig zu lesende Kapitel unterteilt, berichtet von den Zwiegesprächen zwischen dem Psychoanalytiker als Therapeuten und dem jungen, neugierigen Demian. Aber keine Angst, die tiefen, theoretischen Gespräche münden jeweils schnell in die erwähnten Geschichten. Wo der junge Mann keine Antwort findet, helfen Geschichten weiter: Zen-Weisheiten aus Japan und China, Sagen der klassischen Antike, Märchen aus aller Welt, Legenden, Sufi-Gleichnisse oder selbst Erfundenes. Die packenden und lehrreichen Erzählungen von Jorge Bucay geben Denkanstösse und vermitteln wertvolle Lebensweisheiten. Und weil sie kurz sind, also in kleinen Portionen genossen werden können, liegen sie nicht auf.
Bucays Geschichten haben eindeutig Suchtpotenzial. Ich zumindest, werde von diesem Autor weitere Werke geniessen.
