Eine Reise bringt Unerwartetes

  20.08.2026 Brennpunkt, Uttwil

Fröhlichs in der Auszeit Teil 2

Weniger ist mehr: Am besten gefallen von den vielen bereisten Ländern hat sowohl Rita wie auch Matthias Fröhlich Estland.

Estland ist leicht grösser als die Schweiz, beherbergt aber nur rund 1,3 Millionen Menschen. Und das spürten sie. «Alles ist ruhiger, man hat Platz, weniger Stress», so Matthias. «Weites Land und Wälder.» Sie genossen die Ruhe, die Natur, ihre Hunde. Sie hatten Abende vor dem TV gegen echte Lebenszeit eingetauscht.

Natürlich besuchten sie auch die Städte. Vor allem die Altstadt von Tallinn hat es ihnen angetan mit ihrem Charme. Enge Gassen, alte Mauern, Kopfsteinpflaster, alles sehr gepflegt. Und erstaunlich ruhig für eine Hauptstadt. «Man merkte, die Leute haben nicht viel, aber sie sind zufrieden», erinnern sich die beiden. Man könne mit wenig glücklich sein, so die Einsicht.

In Estland, wo sie mit ihrem Van recht nahe an der russischen Grenze weilten, hatten sie doch noch einen Schreckmoment. Plötzlich erhielten sie eine Alarm-SMS, die sagte, es stehe ein Drohnenangriff bevor. Man solle frühzeitig in Deckung gehen, wenn man eine Drohne sichte. «Wir merkten, wie nahe wir am Krieg waren. Das macht sehr nachdenklich», meint Rita. «Es geschah dann zum Glück nichts.»

Weniger Stress, offen sein
Was aber geschah während ihrer Reisezeit mit ihrem Malergeschäft, das sie seit 13 Jahren betreiben? War das nicht ein Risiko? Nein, sie hätten gut vorgesorgt.

Die kompetente und pflichtbewusste Stellvertreterin hat in dieser Zeit den Betrieb mit dem Team – alles Frauen – übernommen. Klar, die Fröhlichs blieben dran. Es sei ja heute einfach, mit Videocall, E-Mails und Telefon. Sie berieten, erledigten auch das Marketing und die Buchhaltung. Das Team sei in ihrer Abwesenheit noch stärker zusammengewachsen, weil ihm mehr Verantwortung übergeben wurde. Alle waren stolz auf ihre Arbeit.

Für Matthias und Rita Fröhlich-Angst bleibt nach dieser Reise das Ziel, offener und ruhiger zu bleiben. Nicht 150 Prozent arbeiten, sondern ein normales Pensum in einem stetigen Fluss zu leisten. Sie wollen auch in Zukunft wieder kürzere Auszeiten nehmen. «Estland is calling!»

Inzwischen haben sie ihre grosse Wohnung gegen eine kleinere eingetauscht und ihren ganzen Hausstand – schon vor der Reise – beträchtlich verkleinert. Ballast abwerfen. Der Aufbruch ins Ungewisse brauchte Mut, aber er hat sich mehrfach gelohnt.

Elisabeth Fry


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote