Sanierung der Drehscheibe beim Locorama
03.04.2025 Wirtschaft, RomanshornDie im Jahr 1909 erbaute Drehscheibe südlich des Locoramas hatte eine umfassende Renovation nötig.
Im Oktober begannen die Arbeiten. Demontage der Bretter, Hebel und die Gleise der Brücke. Ein Pneukran hob die 20 Meter lange, 28 Tonnen schwere Brücke hoch und legte sie nebenan ab. Anschliessend wurde sie eingerüstet und eingehaust, um staubfrei und unabhängig der Witterung arbeiten zu können. Bewegliche Teile wurden abmontiert und akribisch angeschrieben, um dann wieder an den richtigen Ort zu gelangen.
Diverse Firmen und Locorama-Personal involviert
Das Mauerwerk der Wanne war zum Teil brüchig und musste ausgebessert werden. Die Stahlringe waren extrem rostig. Diese wurden demontiert und zur Überarbeitung in ein ortsansässiges Unternehmen gebracht.
Nach dem Entfernen des Rostes an der Brücke begann die Mammutaufgabe: das Strahlen. Mit Schutzanzügen versehen verbrachten die Männer über einen Monat mit dieser unangenehmen Arbeit.
Kleinstarbeit draussen, am Drehzapfen, an den Mauern − es gab viel zu tun.
Im Januar wurden die frisch aufgearbeiteten Stahlringe wieder eingesetzt. An der Brücke mussten viele Nieten ausgetauscht werden.
Im geheizten Zelt waren nun die Maler gefragt. Mehrmaliges Grundieren und Malen. Im März wurde das Gerüst abgebaut und die Brücke wieder eingesetzt. Dann waren noch Feinarbeiten nötig.
Die Einweihung der Drehscheibe findet am Sonntag, 6. April, statt, anlässlich des Oberthurgauer Museumstags.
Hansjürg Oesch
Zwischen 1896 und 1898 entstand die Lokremise, damals von der Nord-Ost-Bahn (NOB) betrieben. 1902 übernahmen die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) diverse Bahngesellschaften und das Schienennetz. Die Drehscheibe wurde 1909/1910 erstellt. Sie ersetzte viele kostspielige Weichen und ermöglichte das Abdrehen von Lokomotiven und Wagen bis zu einem Gewicht von 120 Tonnen.
Nach und nach verlor sie an Bedeutung. Dank des Betriebs um und im Locorama wurde sie wieder begehrt.