Bewirkt die SRG-Halbierungsinitiative Zerstörung oder Besinnung?
22.01.2026 Schule&Bildung, RomanshornSie haben etwas zu sagen – die TeilnehmerInnen und Moderatorinnen des Politpodiums an der Kanti – so auch am vergangenen Montagnachmittag: Gegner und Befürworter der sogenannten SRG-Halbierungsinitiative kreuzten mit Vehemenz und Argumenten die Klingen.
Langweilig ist die Diskussion um öffentlich-rechtliche Medien nicht, dessen war sich Daniel Engeli von der Fachschaft Geschichte sicher, denn diese beeinflussen uns und unsere Werte: «Darum müssen Finanzierung und Qualität Thema sein», sagte er einleitend. In der Folge lagen sowohl die Vorstellung der Initiative als auch die Moderation in den Händen von vier Kantischülern. Liv Löwe und Laura Bösch führten dabei souverän durch die einstündige Gesprächsrunde: Dabei vertraten Raffaella Strähl-D’Ambrosio (SVP) und Joel Beck (FDP) die befürwortende Seite, Journalist Markus Häfliger, Nina Schläfli (SP) und Gabriel Macedo (FDP) zeigten sich als vehemente Gegner der Vorlage.
Was, wenn …?
Dass die Schweiz, dass eine Demokratie nur mit einer informierten Gesellschaft funktionieren kann, dass es öffentlich-rechtliche Medien und damit die SRG braucht, darin waren sich alle fünf Gesprächsteilnehmer einig. Über die Folgen von weniger Gebühren allerdings schieden sich die Geister: «Der Service public soll sich auf Information, Kultur und Bildung beschränken, auf bestimmte Unterhaltungsteile, auch Sport, kann verzichtet werden», sagten Strähl D’Ambrosio und Beck. «Mit der Halbierung der Gebühren findet ein Kahlschlag statt, wird Journalismus schlicht und einfach zerstört», so Häfliger und Schläfli. Denn die (Schweizer) Medien an sich befänden sich einer ihrer grössten Krisen.
Zuverlässige Stimmen stärken
Auch bei der Frage, ob und inwieweit private und Online-Medien eventuelle Aufgaben der SRG übernehmen könnten, waren sie sich nicht einig – genauso, wo konkret gespart respektive worauf verzichtet werden könnte. Infrage gestellt wurde auch die Behauptung, dass nach einer Annahme der Initiative überhaupt gespart würde, wenn im Nachhinein einzelne Angebote und Streamingdienste dazugekauft werden müssten.
Schaut hin
Vor der offenen Publikumsrunde die Frage nach der Zukunft des Service public: «Es gilt vermehrt, möglichst viele, möglichst alle Menschen zu erreichen, digital und online (Macedo), Plattformregulierungen sind überfällig (Schläfli), die Schule soll das Interesse der Jungen auch für das Lokale fördern (Strähl D’Ambrosio) und schaut genauer hin, wo ihr euch informiert (Häfliger)».
Markus Bösch



