«But we must try» − beeindruckender Nachhaltigkeitstag an der Kanti

  01.10.2026 Schule&Bildung, Romanshorn

Die Zahlen und Fakten zum Klimawandel sind klar: Handeln ist angesagt und verhaltener Optimismus auch. Im Rahmen des Nachhaltigkeitstages an der Kanti Romanshorn stellte der ETH-Professor Dr. Christoph Schär Hitzesommer und Starkniederschläge in einen grösseren Zusammenhang. Gleichzeitig absolvierten die Schülerinnen und Schüler der 3-M- und 2-F-Klassen verschiedene Module zur Nachhaltigkeit.

Zum zweiten Mal hat die neunköpfige Arbeitsgruppe «Nachhaltigkeit» unter der Leitung von Daniel Engeli einen Schultag für mehrere Klassen eben diesem Thema gewidmet: «Es gab bereits in den Siebzigerjahren überzeugende Signale, und auch der Hitzesommer 2003 war ein erster Wake-up-Call. Zum Beispiel mit mehr Todesfällen wegen der Hitze als wegen Corona 2020. Temperaturen, Trockenheit und Starkniederschläge nehmen zu, die Veränderungen sind substanziell», sagte ETH-Professor Christoph Schär in seinem einleitenden Referat.

«Wir müssen es versuchen»
Und trotz der ernsthaften Bedrohungen durch den Klimawandel – die Extremwetter dieses Sommers lassen grüssen − gelte es, optimistisch zu bleiben und zu handeln, so Schär: «Immerhin zeigt die Photovoltaik, dass wir die Technik und das Wissen haben und dass es – in diesem Bereich – rasch vorwärtsgeht.» Und in der Fragerunde der überaus interessierten Jugendlichen, rief er dazu auf, als Weltbürger zu handeln: «Genauso wie China als Land massiv in Erneuerbare investiert, sind wir alle gefordert: Seien Sie aktiv, lassen Sie sich nicht von Klima- Angst einnehmen, stimmen Sie ab, reden Sie mit Ihren Eltern, verzichten Sie aufs Fliegen und Autofahren. Und ja, selbstverständlich sind auch Politik, Industrie und Landwirtschaft in der Pflicht, wenn es um Klima-Anpassungen und Klima-Schutz geht.»

Eigene Schritte sind zielführend
Im Anschluss daran waren die Schülerinnen und Schüler in 15 Modulen konkret gefordert: Während die einen über die Frage der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt, über atomare Endlager oder über nachhaltiges Bauen nachdachten, waren andere mit dem Förster im Wald, mit Fachpersonen am See (Around The Bodensee CleanUp) oder auf dem Gelände der Kanti (zur Artenvielfalt) unterwegs. Einige benutzten die Gelegenheit, ihre Kleider zu flicken, andere kochten in der Mensa klimagerechtes Essen – insgesamt ein Zeichen, dass in Sachen Nachhaltigkeit eigene Schritte zielführend sind und Selbstwirksamkeit ermöglichen.

Markus Bösch


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