Die Leidenschaft für Politik verbindet sie

  28.05.2026 Politik, Uttwil , Salmsach, Romanshorn

Romanshorn an der Spitze: Am Mittwoch sind Felix Meier zum Präsidenten des Grossen Rates und Urs Martin zum Regierungspräsidenten gewählt worden. Was die beiden über ihre Parteigrenzen hinaus verbindet, ist ihre Leidenschaft für Politik.

Neben ihrem momentanen Wohnort gibt es für die Präsidenten der Exekutive und Legislative eine weitere Gemeinsamkeit: Sowohl bei Urs Martin als auch bei Felix Meier wurde das Interesse für die Politik in ihrer Jugendzeit geweckt: «Bereits in meinen Bubenjahren gehörte die ‹Tagesschau› dazu, mit 18 Jahren bin ich in die SVP eingetreten und engagierte mich im Europäischen Jugendparlament», erzählt Martin. Auch Felix Meier ist in einer politischen Familie aufgewachsen: «Dabei hat mich vor allem die Mittelschulzeit (im Kloster Einsiedeln) sozusagen politisiert. Ende der Siebzigerjahre bin ich in die SP eingetreten», so Meier.

Beide in Bern
Und während des Gesprächs treten weitere Gemeinsamkeiten zutage: Urs Martin war nach seinem Studium «Internationale Beziehungen» lange Jahre Sekretär der SVP-Fraktion im Bundeshaus, Meier ebenfalls Sekretär der eidgenössischen SP-Fraktion: «Im Anschluss daran arbeitete ich als Leiter Planungsstab im Rang eines Botschafters beim EDA. Nach sechs Jahren wechselte ich an die Universität in Malta als Dozent für internationale Ökonomie und dann nach Zypern (internationale Beziehungen).»

Für Urs Martin wurde bald Gesundheitspolitik wichtig: Schon zu seiner Zeit in  Bern betreute er das Gesundheitsdossier. Von 2010 bis 2020 arbeitete er in einer Kaderfunktion bei der Hirslandengruppe in Zürich, daneben von 2008−2020 für die SVP im Thurgauer Grossen Rat: «Dann – nach dem Rücktritt von Jakob Stark – habe ich mir ein Engagement in der Regierung überlegt: Und dieser Schritt war dann auch erfolgreich. Allerdings: Bereits ein Tag nach der Wahl wurde der Lockdown verfügt und der Einstieg war entsprechend herausfordernd – gerade auch im Ressort Gesundheit.»

Den Kanton gemeinsam vorwärtsbringen
Seit nunmehr fünf Jahren ist auch Felix Meier im Kantonsrat, für die SP: «Positiv an dieser politischen Arbeit ist für mich die Auseinandersetzung mit der Vielfalt an Themen und den damit verbundenen Herausforderungen. Was ich mich immer wieder auch frage: Wie viel können wir als Gremium wirklich bewegen? Aktuell beschäftigt mich unter anderem die Verordnung zum neuen Finanzierungsgesetz für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie die Aufgaben- und Verzichtsplanung. Ganz grundsätzlich sehe ich in und für unseren Kanton viel Potenzial. Allerdings gilt es, mit diesem Potenzial nachhaltig und enkeltauglich umzugehen, auch mit neuen Ansätzen.» Urs Martin formuliert es ganz ähnlich: «Wir leben in einem Kanton mit starkem Gewerbe und schönen Landschaften. Und die gilt es unbedingt zu erhalten.»

Respektvoll und zielgerichtet
Für den künftigen Regierungsratspräsidenten ist dieses Amt zwar eine Ehre: Weil er sein Departement weiterhin behält, kommt diese Arbeit dazu und die Freizeit wird während diesem Jahr wohl spärlicher werden. An der Spitze des Kantonsrats wird sich Meier hingegen aus der Tagespolitik heraushalten können und dürfen.

Weil beide sich als starke Persönlichkeiten auszeichnen, mögen sie ihrem Gegenüber auch keine Ratschläge erteilen: «Es braucht weiterhin eine respektvolle Zusammenarbeit der beiden Gewalten. Um vorwärtszukommen, braucht es das Streiten genauso wie das wohlwollende Unterstützen.»

Markus Bösch


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