Die Menschen mit in die Zukunft nehmen

  16.09.2026

Wie könnte Romanshorn aussehen, mit Visionen und einem Blick vorwärts? Mit der Ausstellung im Museum «Blick zurück» im Hintergrund war einmal mehr eine «Romishorner Runde» angesagt. Diesmal mit Roger Martin und Philipp Gemperle im Gespräch mit Stöff Sutter.

Ob in zwanzig oder mehr Jahren: «Vielleicht gehört Romanshorn dann zu den lebenswertesten Kleinstädten der Schweiz. Ob wir uns wohl fühlen, hat immer auch damit zu tun, wie wir miteinander umgehen. Und es braucht Visionen, die geträumt, geplant und dann auch schrittweise umgesetzt werden», sagt Martin. Und dass wir wahrnehmen, was wir haben, so Gemperle: «Was mir gefällt, dass im Moment viel ‹Zug› drin ist, dass vieles nach dem Planen jetzt in die Umsetzung kommt.»

Regional denken, lokal bleiben
Dann nahmen beide im Verlauf des Gesprächs Bezug auf die Entwicklungs-Schwerpunkte, die vor zehn Jahren auch in Workshops zusammengetragen worden sind: Einiges sei seither geschehen und werde jetzt gebaut. Zum Beispiel im «Stadtkern», am Hafen, bei der Hafenpromenade, im Hafen Nord und Süd: «Daraus ergeben sich Vorstellungen, initiierte Entwicklungen, deren Umsetzungen oft (viel) Zeit brauchen. Zum einen gilt es, die jetzige Identität zu bewahren, die Geschichte dieses Ortes in die Zukunft weiterzuerzählen. Und manchmal sind wir da auch von Dritten abhängig, zum Beispiel von den SBB beim Hafenareal rund um den Silo. Oder wenn individuelle Ziele den visionären Zielen entgegenstehen. Insgesamt denke ich, dass wir manchmal regional denken müssen und trotzdem lokal bleiben.» Die anfangs geäusserte Vision einer Gartenstadt − heute passt auch «Schwammstadt» − nahm der Moderator auf mit dem Hinweis auf den Hitzesommer: Da sei Romanshorn systematisch unterwegs, mit der Grünflächenziffer, mit der Gestaltung der Alleestrasse (auch bei weiteren Strassensanierungen) und der Revision des Schutzplans für Bäume. Bei Privatgärten gelte es, zu informieren, beispielhaft voranzugehen, die Menschen mitzunehmen. Eigentlich so, wie bei allen Projekten und Visionen.

Markus Bösch


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