«Die Umsetzung ist immer spannend»

  16.09.2026

Melik Scheurer hat einmal mehr am Gestaltungswettbewerb für Grabzeichen in Deutschland teilgenommen: Drei Arbeiten wurden mit Silber und Bronze ausgezeichnet. Melik Scheurer arbeitet als Bildhauer in Romanshorn.

Seit er im Schweizer Bildhauer-Verband selbst Mitglied in der Jury und deshalb eine Teilnahme für ihn ausgeschlossen ist, nimmt er regelmässig am Wettbewerb des Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerkerverbandes in Baden-Württemberg teil. Und seine Arbeiten wurden ebenso oft ausgezeichnet.
So auch 2025: Neun Einsender aus Deutschland und der Schweiz haben 31 Arbeiten eingereicht, 19 erhielten eine Auszeichnung: «Ich habe zweimal Bronze für gestalterisch hochwertige Grabmal-Arbeiten auf den Friedhöfen Romanshorn und Arbon sowie Silber für eine Arbeit auf dem Friedhof Neukirch-Egnach erhalten. Es freut mich, dass die Arbeiten auch von einer fachkundigen Jury gewürdigt werden. Viel wichtiger ist mir aber, dass die Kundschaft zufrieden ist.»

Bilden eine Brücke
In der Wettbewerbsausschreibung heisst es: Das Bedürfnis, für einen geliebten Menschen da zu sein, ende nicht, wenn er stirbt. Das Grab werde und bleibe ein Bezugspunkt und das Grabzeichen eine letzte Verbindung zum Verstorbenen, es werde sozusagen zu einer Brücke zwischen Hinterbliebenen und Verstorbenen. «Die Kundin, der Kunde kommt zu mir – entweder mit einem konkreten Wunsch und einer genauen Vorstellung, wie das Grabmal aussehen soll. Oder er erzählt vom Verstorbenen, über seine Beziehung zu ihm, über Emotionen und Gefühle. Dann versuche ich, dies alles in eine  Form zu bringen. Diese Gespräche sind wichtig und hilfreich. Manchmal wird etwas sehr prägnant und klar, manchmal braucht die Umsetzung Zeit, Kreativität, neue Ideen. Jedenfalls ist dieser Prozess immer sehr spannend. Die Art des Steines ist für mich nicht so relevant. Erst nach der Skizze, nach dem Modell wird der Stein ausgewählt», so der Bildhauer, der sich auch als Kulturschaffenden sieht.

Einander bestärken
Die Arbeiten, die er diesmal eingereicht hat, haben zum einen den Kunden gefallen. Anderseits habe er selbst auch die gestalterischen Qualitäten im Blick: «Bei allen drei Grabzeichen habe ich auf eine konventionelle Ausdrucksweise von Grabsteinen verzichtet. Für mich standen Beziehungen im Vordergrund und es hat mir gefallen, die Arbeiten gestalterisch ‹anders› anzugehen. Nach meinem Werkstattumzug haben sich auch meine Gestaltungsmöglichkeiten und Arbeitsweise nochmals verändert. Ganz grundsätzlich finde ich es schön, Arbeiten auch in einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen. Mit der Teilnahme an diesem Wettbewerb erhalte ich dann auch Feedback für mein Tun. Denn eine Kommission aus fachlichen Vertretern sowie Personen des öffentlichen Lebens zeichnen damit innovative Arbeiten aus, die sich aus der ‹breiten Masse› der Grabmalproduktion hervorheben (wie es in der Ausschreibung heisst).»
«Und letztlich bestärken wir uns gegenseitig in unserer beruflichen und gestalterischen Tätigkeit als Bildhauer und Steinmetz.»

Markus Bösch


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