Projekte für den Thurgau: Förderverein zieht Zwischenbilanz zur Umsetzung
17.06.2026 BrennpunktDrei Jahre nach dem Volksentscheid zur Verwendung des Agios aus der Ausgabe der Partizipationsscheine der Thurgauer Kantonalbank zieht der Förderverein «Projekte für den Thurgau» eine Zwischenbilanz. Erste Projekte sind in Umsetzung oder bereits sichtbar. Gleichzeitig zeigt sich, dass zukunftsweisende Projekte sorgfältige Vorbereitung, gesicherte Finanzierung und klare Entscheidungsgrundlagen benötigen.
Der Förderverein «Projekte für den Thurgau» hat kürzlich im Schloss Hagenwil im Rahmen einer Medienkonferenz über den Stand der Umsetzung der 20 Förderprojekte informiert. Im Zentrum standen konkrete Projektfortschritte, die nächsten Schritte ausgewählter Projekte sowie der verantwortungsvolle Umgang mit den Fördermitteln.
Am 18. Juni 2023 haben die Thurgauer Stimmberechtigten dem Kreditbegehren über 127,2 Millionen Franken zur Verwendung des Agios aus der Ausgabe von Partizipationsscheinen der Thurgauer Kantonalbank zugestimmt. Drei Jahre später zeigt sich ein differenziertes, insgesamt positives Bild: Verschiedene Projekte sind in Umsetzung oder konnten wichtige Teilziele erreichen. Andere Vorhaben benötigen weitere Projektierungsarbeiten, Bewilligungen, politische Entscheide oder Drittfinanzierungen.
Regierungspräsident Urs Martin, Chef des Departementes für Finanzen und Soziales und Präsident des Fördervereins «Projekte für den Thurgau», betonte: «Die Projekte für den Thurgau sollen Wirkung für die Bevölkerung entfalten. Um dies zu erreichen, werden die Fördermittel nicht pauschal ausbezahlt. Entscheidend ist, dass die Voraussetzungen erfüllt sind und die Umsetzung gesichert ist.»
Die Geschäftsstelle des Fördervereins «Projekte für den Thurgau» informierte über den Stand der Leistungs- und Fördervereinbarungen, die bisherigen Auszahlungen sowie die laufende Begleitung der Projekte. Bis heute konnten für elf der 20 Projekte Fördervereinbarungen abgeschlossen und Fördermittel in Höhe von rund 66 Millionen Franken zugesichert werden. Rund 7,3 Millionen Franken wurden bislang ausbezahlt.
SoliThur stärkt Zusammenhalt und freiwilliges Engagement
Ein Schwerpunkt der Medienkonferenz bildete das Projekt SoliThur. Es will Menschen, Organisationen und Gemeinden im Kanton Thurgau stärker miteinander verbinden und solidarisches Handeln, sprich freiwilliges Engagement, noch sichtbarer machen.
Projektleiterin Conny David, Geschäftsleiterin von benevol Thurgau, und Projektleiter Steve Stiehler, Dozent an der Ost – Ostschweizer Fachhochschule, informierten über die bisherige Entwicklung, die laufenden Aktivitäten und die nächsten Schritte. «SoliThur zeigt, wie viel solidarisches Handeln im Thurgau bereits heute gelebt wird. Unser Ziel ist es, die Freiwilligenarbeit in den Gemeinden nachhaltig zu stärken. So entsteht Zusammenhalt ganz konkret – im Alltag und vor Ort», sagte David. Damit richtet sich das Projekt direkt an die Bevölkerung und zeigt, wie Fördermittel im täglichen Leben Wirkung entfalten können.
TEnU 2030 – Energie aus dem Untergrund
Weiter informierte Hansruedi Maurer, Verwaltungsrat der Geothermie Thurgau AG, über den aktuellen Stand von TEnU 2030 – Thurgauer Energienutzung aus dem Untergrund. Das Projekt klärt ab, welches Potenzial im Thurgauer Untergrund steckt und ob erneuerbare Energie aus tieferen Gesteinsschichten künftig genutzt werden kann.
«Bevor über eine spätere Nutzung entschieden werden kann, braucht es verlässliche Daten, sorgfältige Abklärungen und eine unabhängige fachliche Prüfung», hielt Maurer fest. Genau hier setzt TEnU 2030 an: Das Projekt schafft die Grundlagen, damit die Chancen und Voraussetzungen der Geothermie im Kanton Thurgau fundiert beurteilt werden können.
Das Prospektionsgesuch wurde beim Bundesamt für Energie eingereicht und wird derzeit durch ein Expertengremium geprüft. Die Begutachtung soll voraussichtlich vor der Sommerpause 2026 abgeschlossen werden. Auf dieser Grundlage soll die Fördervereinbarung mit dem Förderverein «Projekte für den Thurgau» bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Damit leistet TEnU 2030 wichtige Vorarbeit für eine mögliche regionale, erneuerbare und klimafreundliche Energieversorgung.
Regierungspräsident Urs Martin resümierte: «Es ist erfreulich, dass die Projekte immer weiter voranschreiten und für die Bevölkerung die vor drei Jahren genehmigten Projekte immer greifbarer werden.» In den nächsten Monaten werden zahlreiche weitere Projektfortschritte beschlossen. Darüber wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte orientiert.
Pro Thurgau
