Häsch gwüsst ...

  05.03.2026 Kolumnen, Romanshorn

 ..., dass Monja Wagner, Eishockey-Goalkeeperin in der Schweizer Olympiamannschaft, ihre Karriere bei den PIKES in Romanshorn begonnen hat?
 


Salome und Alexander Wagner waren mit dabei bei den Spielen ihrer Tochter an der Winterolympiade.
 

«Wie crazy ist das, die Bronzemedaille gewonnen zu haben!»

Am 1. Januar ist sie von ihrem Headcoach telefonisch informiert worden, dass sie an der Winterolympiade in Mailand/Cortina teilnehmen kann. Die Vorfreude auf die Spiele sei riesig gewesen, genauso wie die Dankbarkeit, das alles erleben zu dürfen. Vor allem auch mit der Familie und Freunden, die zuschauen werden: «Aufgrund des Spielmodus der Frauen waren wir automatisch für den Viertelfinal qualifiziert, als Top5-Team der Welt. Damit hatten wir auch das Ziel, um eine Medaille zu spielen», erzählt die erfolgreiche Olympionikin.

Es hat einfach gepasst
«Und nach dem Gewinn der Medaille, das waren ganz einfach schöne Tage, wir haben gefeiert. Und auch jetzt: Jedes Mal, wenn ich die Medaille anschaue, denke ich mir: Wie crazy ist das denn, dass wir olympische Bronze gewonnen haben. Und ich bin unglaublich stolz auf die Leistung der ganzen Mannschaft, natürlich auch auf den Staff. Auch, dass es gelungen ist, die nötigen Leistungen in den richtigen Momenten abzurufen. Ich glaube, es hat im Team einfach gepasst. Jede ist für jede mitgegangen, hat an den Gewinn geglaubt. Es ist mega cool, dass es mit dieser tollen Truppe so funktioniert hat.»

Träume und Erfolge
Auch für die Eltern waren diese Tage voll mit emotionalen Höhepunkten: «Klar waren wir während der Spiele vor Ort, die Stimmung war hervorragend und es war ein besonderes Erlebnis, unsere Tochter live mitzuerleben. Auch wenn sich das Ganze etwas surreal anfühlte, haben wir es sehr genossen. In jedem deiner Träume und auch Erfolge erkennen wir, wie besonders du bist. Danke, dass du unser Leben bereicherst.»
 


Monja Wagner in Montur als Eishockeygoalie.
 

Seit jeher vom Eishockey fasziniert
Und wenn Salome und Alexander Wagner zurückschauen, sind sie überzeugt: «Monja war schon von klein auf ein Bewegungskind. Sie war oft draussen, kletterte, fuhr schon früh mit Velo und Rollerblades. Angesteckt und motiviert von ihrem Vater, der hobbymässig Eishockey spielte, wollte sie auch diesen Sport ausüben: Mit sechs Jahren begann sie in der Hockeyschule bei den Bambinis und ist seitdem dem Laufen und Spielen auf dem Eis treu geblieben.» Ja klar habe diese Sportart auch Herausforderungen mit sich gebracht. Zum Beispiel, als Monja nach den Trainings bei den PIKES in Romanshorn, bald auch solche in Uzwil, Kreuzlingen und Kloten zu absolvieren hatte. Da habe es eine gute Organisation gebraucht: «Eine Bedingung von uns war, dass Monja neben den intensiven Trainings die nötigen schulischen Leistungen bringen musste. Monja meisterte diese Herausforderung, auch dank der Unterstützung vonseiten der Sekundarschule. Später absolvierte sie an der PMS in Kreuzlingen die Maturaklasse für Sport.»

Kostspielig
Natürlich sei diese Sportart aufwendig (gewesen) – hinsichtlich der Fahrten zu den Spielen in der ganzen Schweiz, in die Trainingslager und zu den Aufgeboten der U16 und U18 der Frauennationalmannschaften. Kostspielig war es auch in Bezug auf die Ausrüstung: Unter anderem sind wir da von der MMH-Stiftung in Romanshorn finanziell unterstützt worden. Darüber sind wir sehr dankbar. Als Monja schliesslich eine Einladung für einen Showcase in Amerika erhielt und sie nur Monate später daselbst die Highschool besuchen sollte, war das für uns auch schwierig. Es bedeutete, sie loslassen zu müssen und darauf zu vertrauen, dass sie ihren Weg weiter meistern wird.»

Sie habe etwas Zeit gebraucht, sich zu strukturieren, also Schule, Sport und Freizeit unter einen Hut zu bringen: «Gerade im Sport ist es auch normal, dass es nicht immer so läuft, wie man es erwartet. So habe ich in meinen ersten zwei Collegejahren nur gerade elf Spiele absolviert. Statt aufzugeben, habe ich mich auf die Trainings und auf mein ‹Spiel› konzentriert. Ich bin überzeugt, dass mir das geholfen hat, meinen Traum von Olympia zu verwirklichen. Ich glaube, dass harte Arbeit sich immer auf irgendeine Weise auszahlt.»

Grosse Dankbarkeit
«Meine Familie war und ist mein grösster Fan und ich darf mich glücklich schätzen, dass sie mir das alles ermöglicht hat, dass sie immer an mich geglaubt hat. Zuerst war es die Sekundarschule und später die Sportklasse an der PMS Kreuzlingen, die es mir ermöglichten, Eishockey auf diesem hohen Niveau auszuüben. Viele Trainer, dazu gehören Vlasti Okrucky, Patrick Henry und Christian Rüegg, die mich unterstützt und gepusht haben.» Und dann wird Monja nochmal emotional, wenn sie sagt: «Von meinen Eltern habe ich gelernt, ein offenes Herz für andere Kulturen, Menschen und auch Tiere zu haben, der Welt mit Ehrlichkeit und Barmherzigkeit zu begegnen. Und ohne meine Schwester Jasmin wäre ich heute nicht an diesem Punkt in meinem Leben.»

Ohne Pause weiter
Für Monja Wagner geht es fast nahtlos weiter: Zurück im Union College spielt sie mit ihrem dortigen Team weiter in den Playoffs gegen Yale. Und in ihrem Studium in den Neurowissenschaften stehen bald die Trimester-Prüfungen an.

Markus Bösch


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