Die Nutzung von Holz – ein wichtiger Aspekt des Waldes

  22.03.2026 Wirtschaft

Thurgauer Wälder erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse, eines ist die Bereitstellung des einheimischen Rohstoffes Holz. Der diesjährige internationale Tag des Waldes widmet sich dem Thema «Wälder und Wirtschaft» und bietet Gelegenheit, anhand des Beispiels des Forstreviers Wellenberg aufzuzeigen, wie verschiedene Akteure in diesem Bereich zusammenarbeiten.

Rund 20 Prozent der Fläche des Kantons Thurgau ist bewaldet. Der grösste Teil dieses Waldes dient der Produktion von Holz. Doch wie wird aus einem Baum der Rohstoff Holz? Das Forstamt Thurgau hat den internationalen Tag des Waldes, der sich heuer dem Thema «Wälder und Wirtschaft» widmet zum Anlass genommen, ebendies im Rahmen einer Medienkonferenz aufzuzeigen.

«Wird im Thurgauer Wald ein Baum gefällt, geschieht das nicht einfach so», sagte Philipp Eigenmann, Revierförster im Forstrevier Wellenberg, am Donnerstagvormittag. Die Nutzung von Holz unterliege im Thurgauer Wald strengen Regeln: «Um Holz zu schlagen, braucht es eine Bewilligung.» Diese erteilt der Revierförster oder die Revierförsterin. Dem Entscheid, welche Bäume gefällt werden, geht eine Beratung voran, und er endet mit der Anzeichnung der entsprechenden Bäume.

Forstbetriebe stellen die fachgerechte Holzernte sicher
Das Fällen der Bäume übernehmen anschliessend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des zuständigen Forstbetriebs. Insgesamt gibt es deren elf im Kanton Thurgau. Im Forstrevier Wellenberg ist es der Forstbetrieb Fortuso. Hier sind zwölf Personen beschäftigt und es werden aktuell drei Lehrlinge ausgebildet. «Wir vom Forstbetrieb stellen nach erfolgter Holzanzeichnung durch den Revierförster, eine fachgerechte Holzernte sicher», sagte Urs Fuchs, Betriebsleiter Forstbetrieb Fortuso. Im Forstrevier Wellenberg würden jährlich rund 14'000 Kubikmeter Holz geerntet.

Wirtschaftlich besteht eine grosse Abhängigkeit vom Holzmarkt und den Preisen, die für das geschlagene Holz erzielt werden können. Dies stellt Waldbesitzerinnen und -besitzer manchmal vor schwierige Entscheidungen. «Mitunter stehen wir vor der Herausforderung, dass die Pflege des Waldes nötig wäre, wir aufgrund der Preise auf dem Holzmarkt aber merken, dass sie nicht kostendeckend zu bewerkstelligen sein wird», sagte Beat Schmid. Er ist Waldverwalter der Bürgergemeinde Felben-Wellhausen, die im Forstrevier Wald besitzt.

Nebst den finanziellen Aspekten sehen sich Waldeigentümerinnen und -eigentümer zunehmend mit den wachsenden Ansprüchen der Bevölkerung an den Wald als Erholungs- und Freizeitraum konfrontiert. Andreas Guhl, Präsident Wald Thurgau, dem Verband der Waldeigentümerinnen und -eigentümer, sagte dazu: «Das zeigt sich unter anderem daran, dass Durchgangsverbote während Holzschlägen nicht beachtet werden.» Diese Entwicklung bereite ihm Sorgen und habe darüber hinaus negative Folgen für die Rahmenbedingungen der Holzproduktion.

Wertschöpfung in der Region halten
Die Forstwirtschaft gehört zusammen mit der Landwirtschaft zum primären Sektor der Volkswirtschaft. Sie beschäftigt im Kanton Thurgau rund 115 Personen, die pro Jahr rund 150’000 Kubikmeter Stamm-, Industrie- und Energieholz ernten, was einem Wert von rund 10 Millionen Franken entspricht. Dieses Holz kann von den über zwölf im Kanton Thurgau ansässigen Sägereien problemlos verarbeitet werden. Das garantiert kurze Transportwege für diesen nachhaltigen Rohstoff, welcher als Bauholz CO2 langfristig speichert.

Forstamt des Kantons Thurgau

 


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote