«House of Digital Art» zeigt wieder bewegte Kunst
12.03.2026 Kultur&Natur, RomanshornNach Dubai und Bangkok wurde das erste «House of Digital Art» in der Schweiz 2020 im Kornhaus in Romanshorn eröffnet. In der Zeit zwischen Dezember 2020 und Januar 2023 zählten die Präsentationen «Von Monet bis Kandinsky» und «Ein Abend mit Van Gogh» 10’000 Besucher. Und das trotz Coronamassnahmen. Anfang 2023 übernahm die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) das Erdgeschoss in Pacht, rund 2700 m2, und die Lichter waren erloschen im «House of Digital Art». Rund die Hälfte dieser Fläche geht nun wieder an Peter Schnückel beziehungsweise die Kornhaus Romanshorn AG zurück.
Die «Vision Multimedia Projects GmbH» mit Sitz in Berlin ist Partnerin der Kornhaus Romanshorn AG und konzipiert und betreibt seit 2014 weltweit immersive Kunstaustellungen. Das «House of Digital Art» ist nun wieder bereit für die immersive Kunst. Seit Anfang März läuft die Projektion «Revolutionäre der Kunst − von Monet bis Kandinsky». Im April folgt die «Begegnung mit van Gogh».
Kunst für alle, ein Erlebnis für die ganze Familie
Das Besondere an diesem innovativen Format ist die Verbindung von High-Tech und bildender Kunst. Durch 360-Grad-Panoramen auf riesigen Leinwänden und eine begleitende musikalische Untermalung werden Besucher direkt in die Welt der Künstler katapultiert.
Die Öffnungstage und Zeiten richten sich bewusst an Familien. Peter Schnückel dazu: «Es ist faszinierend, wie Kinder und Erwachsene gleich auf die Farben, bewegten Bilder und die Musik reagieren. Es macht Lust auf Kunst.»
Dieser Ansatz macht Kunst für jeden greifbar und verständlich
«Revolutionäre der Kunst – von Monet bis Kandinsky»
Die Ausstellung findet in zwei Räumen statt. In zugänglicher Form erfährt man bei einem Rundgang auf Tafeln, Bannern und Bildschirmen vieles über die verschiedenen Maler der «Moderne» wie Claude Monet, Georges Seurat, Paul Gauguin, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Edvard Munch, Juan Gris, Robert Delaunay, Paul Klee und Wassily Kandinsky. Die Impressionisten setzten bei ihren Werken auf konkrete Motive, Licht und Atmosphäre. Die Postimpressionisten wollten hingegen mit ihrer Kunst nebst der Realität auch Gefühle und Ideen ausdrücken. Dies zeigte sich durch abstrakte Motive, Linien und Formen. Revolutionär dazu kam der Kubismus und Expressionismus. Im zweiten Raum erwartet einen die 360-Grad-Projektion. Die Bilder erwecken zum Leben und verschmelzen ineinander. Auf entspannte Weise erlebt man eine Vielzahl von Werken der verschiedenen Maler.
«Begegnung mit van Gogh»
Eine authentische Erzählung aus dem Briefwechsel mit seinem Bruder Theo.
Im Mittelpunkt steht van Goghs intensive Schaffenszeit in Arles. Er hatte kein einfaches Leben, brachte es in Lebzeiten nicht zu Ruhm und verstarb bereits im Alter von nur 38 Jahren. Was würde er wohl denken, wenn er seine Werke so erleben könnte, in bewegten Bildern?
Üblicherweise in Grossstädten, nun auch in Romanshorn
Dubai, Bangkok, Berlin, Paris, London, Zürich, Mailand: Da sind solche Ausstellungen nichts Ungewöhnliches. Doch wie kommt so etwas nach Romanshorn? Dazu Peter Schnückel: «Im Internet entdeckte ich mit meiner Frau, dass in Berlin eine immersive Präsentation läuft, aber nur noch für einen Tag. So fuhren sie und ich noch am gleichen Tag 900 Kilometer mit dem Auto nach Berlin. Trotz der Strapazen – die Begeisterung war gross. Ich knüpfte Kontakt mit Oleg Marinim, Geschäftsführender Partner von «Vision Multimedia Projects», und wir vereinbarten für 2019 die erste Präsentation in Radolfzell am Bodensee. Es war zwar nur für eine kurze Zeit, aber die Besucherzahlen waren gut. Ein Jahr später konnten wir die Ausstellung erstmals in unseren Räumen im Kornhaus zeigen.»
Infos: www.kornhaus-romanshorn.ch oder www.house-of-digital-art.ch.
Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen sowie mittwochs von 13−18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr. Für Gruppen wie zum Beispiel Schulen gibt es Sonderkonditionen.
Hansjürg Oesch


