Kanton Thurgau intensiviert seine Kontrollen
23.06.2026 WirtschaftDer Kanton Thurgau hat im Jahr 2025 über 250 Betriebskontrollen und fast 525 Personenkontrollen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit durchgeführt. Die Kontrollen führten zu zahlreichen Verdachtsmeldungen an die zuständigen Fachbehörden. Auch schweizweit nahm die Kontrollintensität zu. Dies zeigen die neu veröffentlichten Ergebnisse des Vollzugs des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA).
Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat am 17. Juni 2026 seinen Bericht zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in der Schweiz publiziert. Auch das Jahr 2025 zeichnet sich durch eine hohe Kontrollintensität aus. Inspektorinnen und Inspektoren haben rund 44’083 Personen aus Branchen wie dem Baugewerbe, Gastgewerbe usw. überprüft. Die Verteilung der Kontrollen auf die verschiedenen Kantone wie auch jene nach Branchen zeigen auf, dass flächendeckend kontrolliert wurde. Die rund 82 Inspektorinnen und Inspektoren führten 14’450 Betriebskontrollen schweizweit durch.
Die Bekämpfung der Schwarzarbeit bleibt ein wichtiger Bestandteil eines fairen Arbeitsmarktes. Das kantonale Kontrollorgan überprüft dabei die Einhaltung der Melde- und Bewilligungspflichten im Sozialversicherungs-, Ausländer- und Quellensteuerrecht. 2025 führte die Arbeitsmarktaufsicht 251 Betriebskontrollen durch. Das sind neun Kontrollen mehr als im Vorjahr. Zudem wurden 528 Arbeitsverhältnisse beziehungsweise Personen kontrolliert. Damit bewegte sich die Kontrolltätigkeit auf dem Niveau des Vorjahres.
Verdachtsfälle werden konsequent weiterverfolgt
Bei 95 Betriebskontrollen ergaben sich Verdachtsmomente auf Verstösse gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Dies entspricht 38 Prozent aller Betriebskontrollen. Bei den Personenkontrollen wurden in 204 Fällen Verdachtsmomente festgestellt, was einem Anteil von 39 Prozent entspricht. Die Verdachtsmeldungen verteilten sich auf die verschiedenen Rechtsgebiete. So wurden 194 Verdachtsmomente im Sozialversicherungsrecht, 50 im Ausländerrecht und 125 im Quellensteuerrecht registriert. Die Fälle wurden den zuständigen Fachbehörden zur weiteren Abklärung übermittelt.
Im Zusammenhang mit dem Vollzug des BGSA wurden im Kanton Thurgau letztes Jahr Gebühren von 490 Franken und Bussen von 16'804 Franken ausgewiesen. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 17’294 Franken.
Das Amt für Wirtschaft und Arbeit setzte 2025 insgesamt 1,58 vom Bund mitfinanzierte Vollzeitstellen für die Bekämpfung der Schwarzarbeit ein. Damit standen leicht mehr Ressourcen zur Verfügung als im Vorjahr. Das Thurgauer Parlament genehmigte 2026 eine zusätzliche Vollzeitstelle. Dadurch wird das Amt die Zahl der Inspektionen künftig erhöhen können.
Mit den Kontrollen leistet der Kanton einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, zum Schutz der Arbeitnehmenden sowie zur Sicherung fairer Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen.
Verdachtsfälle von Schwarzarbeit können jederzeit beim Kanton Thurgau gemeldet werden.
Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Thurgau