«Mit ihren Talenten fördern»

  26.03.2026 Schule&Bildung, Romanshorn

Zurzeit läuft ein Pilotprojekt der Primarschule Romanshorn am Talenticum: Drei Mittelstufenklassen sind bis zum Sommer wöchentlich an einem Morgen daselbst unterwegs und setzen eigene (Lern-)Projekte um.

Sie sind einzeln, zu zweit und in Gruppen anzutreffen − zum Beispiel im hauseigenen Tonstudio, am Laptop beim Programmieren, beim Aufschreiben des geplanten Interviews oder beim Schneidern einer Jeanstasche: Es sind zwei sechste Klassen und eine Mehrjahrgangsklasse, die einmal pro Woche ihr Schulzimmer mit den Räumlichkeiten im Talenticum eintauschen.

Ein Glücksfall
Es gehe darum, neue Möglichkeiten zu erforschen, um den Kindern zu helfen, Talente zu entdecken, die im regulären Schulsetting weniger sichtbar sind, so der Schulleiter Paul Schnoz: «Das Angebot des Talenticums in unserer Nähe ist ein Glücksfall für uns. Wir haben uns gefragt: Gibt es Möglichkeiten der Zusammenarbeit und wie können wir nach dem Lehrplan der Volksschule Thurgau, die Lernziele in einem solchen Umfeld umsetzen. Von den Verantwortlichen des Talenticums haben wir die Möglichkeit erhalten, mit Mittelstufenklassen das Angebot auszuprobieren. Angesprochen waren Lehrpersonen, die ‹out oft he box› denken und die die Bereitschaft mitbringen, ungewohnte Wege zu gehen und Neues auszuprobieren. Interessierte konnten sich mit einem Motivationsschreiben bewerben. Im nun laufenden Pilotprojekt sind drei Klassen beteiligt, es läuft bis zu den Sommerferien, danach wird es mit allen Beteiligten evaluiert.»

Neue Erfahrungen und Kompetenzen
Der «Seeblick» war im März bei allen drei Klassen zu Besuch: Die Viert- bis Sechstklässler von Lucia Leonardi spielen Theater, lernen Filmtechnik, nehmen im Tonstudio auf und schreiben für ein Interview: «Die Kinder können hier Möglichkeiten in Anspruch nehmen, die ich im Schulzimmer nicht habe. Sie machen neue Erfahrungen und erwerben neue Kompetenzen. Sie reflektieren dies alles in einem Tagebuch und ich bin im ständigen Austausch mit den Talentbegleiterinnen», so die Lehrerin.

Die Sechstklässler und Sechstklässlerinnen von Siria Imhof sind jeden Dienstagmorgen da: «Sie arbeiten einzeln oder in Gruppen. Zum grossen Thema ‹Zukunft› setzen sie ein Projekt im textilen Bereich (ein Kleid, eine Hose, eine Jacke) um, bauen in der Robotik ein Fahrzeug und programmieren seine Wege, und sie machen Erfahrungen im Tonstudio.»

So wie bei ihren Kolleginnen arbeiten die Schülerinnen und Schüler von Lisa Brandes in mehreren Talentbereichen: «Es geht ums Erfinden, die digitale Welt, Kunst und Textiles. In der Halbzeit wechseln sie zu einem anderen Thema. Und Ende Juni werden die Projekte – aller drei Klassen – aus- und vorgestellt.»

Markus Bösch


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