Nachhaltigkeit: Wo ist der Thurgau auf Kurs? 

  30.06.2026 Brennpunkt

MoniThur zeigt den Fortschritt der nachhaltigen Entwicklung im Thurgau. Wo ist der Kanton auf Kurs, wo weniger? Antworten liefert ein Blick auf die soeben aktualisierten Indikatoren in MoniThur. 

Mit ausgewählten Indikatoren den Fortschritt bei der nachhaltigen Entwicklung beobachten: Das bietet MoniThur. 62 Indikatoren signalisieren, wo die Entwicklung im Thurgau hin zu Nachhaltigkeit verläuft und wo nicht. Die Aktualisierung 2026 wurde soeben aufgeschaltet (monithur.tg.ch). 

Wie die Ergebnisse zeigen, haben sich im Themenbereich Umwelt in den vergangenen rund ein bis zwei Jahrzehnten über die Hälfte der Indikatoren in Richtung Nachhaltigkeit bewegt. Bei den natürlichen Lebensgrundlagen haben sich die Indikatoren zur Biodiversität und zu den Fliessgewässern günstig entwickelt. Die Feinstaubbelastung der Luft und die CO2-Emissionen pro Einwohnerin oder Einwohner gingen zurück, die Fläche des biologischen Landbaus nahm zu. Beim Thema «Konsum und Mobilität» wurden vor allem im Bereich Energie Fortschritte erzielt: Der Energieverbrauch pro Einwohnerin oder Einwohner nahm im Vergleich zu 2015 ab, der Anteil an lokal produzierten erneuerbaren Energien nahm zu. Thurgauerinnen und Thurgauer nutzen überdies häufiger den öffentlichen Verkehr als vor zwei Jahrzehnten. 

Nicht im Sinne der Nachhaltigkeit war dagegen die Entwicklung bei der mittleren Jahrestemperatur und beim Verkehrsaufkommen.

Einerseits günstig entwickelt, andererseits durchzogen
Im Themenbereich Wirtschaft haben sich in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten knapp die Hälfte der Indikatoren günstig entwickelt. Dazu trug vor allem das Thema «Wettbewerbsfähigkeit» bei: Im Vergleich zu den 2000er-Jahren wurde die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Nettoschuld von Kanton und Gemeinden vollständig abgebaut. 

Bei den Themen «Wirtschaftliche Leistung» und «Innovationskraft und Wachstumspotential» ist das Bild dagegen durchzogen. Einige Indikatoren wie die Erwerbsquote nahmen langfristig zwar zu, andere wie die Unternehmensneugründungen oder der Anteil der Beschäftigten in High-Tech-Branchen stagnierten jedoch oder entwickelten sich ungünstig. 

Im Themenbereich Gesellschaft haben sich in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten ebenfalls etwas weniger als die Hälfte der Indikatoren günstig entwickelt. Positive Signale kommen aus den Themen «Bildung» und «Sicherheit». Beim Thema «Sicherheit» haben die Strassenverkehrsunfälle mit Personenschaden sowie die Diebstahldelikte im Verhältnis zur Einwohnerzahl seit dem Jahr 2000 abgenommen. Auch das Thema «Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit» hat sich mehrheitlich positiv entwickelt: So sind etwa die Bildungsunterschiede nach Migrationshintergrund kleiner geworden, die Sozialhilfequote ist gesunken und die Lohnunterschiede nach Geschlecht haben abgenommen. Bei anderen Indikatoren zur Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit hat sich hingegen kaum etwas verändert, etwa beim Anteil Frauen in Kaderpositionen.

Bei den Themen «Gesundheit» und «Politische Partizipation» stagnierte die Entwicklung zu grossen Teilen. 

Zu den Indikatoren, die sich bezüglich Nachhaltigkeit langfristig ungünstig entwickelt haben, gehören jene zum gesundheitlichen Wohlbefinden der 11- bis 15-Jährigen, die Distanz zum nächsten Lebensmittelgeschäft und die Zahl schwerer Gewaltstraftaten.

Die Nachhaltigkeitsindikatoren MoniThur stehen der Öffentlichkeit online unter monithur.tg.ch zur Verfügung.

Amt für Daten und Statistik des Kantons Thurgau

 


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