Oft hat Matura-Arbeit mit persönlichem Interesse zu tun
16.03.2026 Schule&Bildung, RomanshornEin dichtgedrängtes Programm an zwei Samstagmorgen: Einmal mehr standen jene Schülerinnen und Schüler der GMS- und FMS-Abteilungen im Fokus, die bald ihre schulische Ausbildung abschliessen: Sie präsentierten ihre selbstständigen und Matura-Arbeiten.
Es war die Qual der Wahl, zumindest für die Besucherinnen und Besucher der samstäglichen Präsentationen von insgesamt 152 Abschlussarbeiten aus allen Bereichen der Mittelschul-Ausbildung. So unterschiedlich und spezifisch die Fragestellungen, gemeinsam war bei vielen die persönliche Betroffenheit und das Interesse, ein Thema vertieft anzugehen und auszuleuchten.
Beispiel 1: Carolina Die (3Fa) fragte sich, inwieweit sich Motivation selber (an-)trainieren lässt. Mit einem Selbstexperiment hat sie für sich festgestellt: «Mit einem klaren, täglichen Ziel, positiven Selbstgesprächen, Dankbarkeit und dem bewussten Verlassen der Komfortzone konnte ich die Motivation erhöhen.»
Lehrperson im Vorteil, Frauenbilder in der Literatur
Szenenwechsel ins Musikzimmer. Simea Murbach (4Mc) nimmt sich das Erlernen des Gitarrenspiels zum Anlass, sich zu fragen, ob dies eine App oder eine Lehrperson besser macht: «Die App kann die Lehrperson nicht ersetzen, vor allem, weil die soziale Interaktion fehlt. Vielleicht ist es letztlich eine Kombination, die das Lernen künftig ausmachen wird.»
Patton Scheda (3Fa) wiederum vertiefte sich in die Werke von Lou Andreas-Salome (1861−1937) und Elfriede Jelinek (*1946) mit der Fragestellung: Gibt es Zusammenhänge zwischen diesen Epochen und den jeweiligen Frauenbildern? Beide hätten sich gegen die Erwartungen der Gesellschaft gestemmt und gingen unterschiedliche Wege, ihre Erfahrungen zu verarbeiten.
«Homo Digitalis»
Sayed Rebaz (4Mb) ging in seiner Arbeit der Frage nach, inwieweit die Eisenbahn die moderne Industriegesellschaft verändert und beeinflusst hat: So wie die Eisenbahn im 19. Jahrhundert die Welt schneller gemacht habe, tue sie (und die Mobilität überhaupt) es heute noch, denn Beschleunigung sei das Prinzip der Moderne.
Schliesslich noch einmal zwei Arbeiten, die die Jugendlichen, die Generation Z als Ganzes betreffen: Vivienne Mäder (4Mc) stellte positive und negative Einflüsse einer möglichen Cannabis-Legalisierung in der Schweiz vor: «Dafür sprechen würde eine rechtliche Entlastung, ein besserer Gesundheitsschutz und ein sinkender Schwarzmarkt. Hingegen könnte der Jugendschutz nicht ausreichen und der Konsum ansteigen.»
Noah Memoli (4Ma) hatte mit 22 Personen ein grosses Publikum angelockt zum Thema: «Homo Digitalis, kognitive Folgen von Social-Media-Konsum»: Dass die digitalen, sozialen Medien unterdessen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, dass die Digitalisierung nötige Erholungspausen minimiert, ist unbestritten. «Dass die Aufmerksamkeitsspanne in den vergangenen Jahren abgenommen hat, ist ebenfalls bewiesen. Wie tief sie geworden ist, ist noch nicht abschliessend beantwortet. Entscheidend wird sein, wie diese Techniken genutzt werden und hilfreich ist sicher, bewusste Pausen für mehr analoge Zeiten, also ‹digital detox›, einzuschalten.»
Markus Bösch



