Romanshornerin holt WM-Gold im Wakesurfen

  05.11.2026 Sport&Spiel, Romanshorn

Rahel Seger – genannt Rachy– hat an den Weltmeisterschaften für Wakesurfen in Hangzhou Gold im Wakesurfen Skim-Style geholt. In der Kategorie Surf-Style sicherte sie sich zudem die Silbermedaille. Ein grosser Erfolg für die Romanshornerin. Insgesamt hat sich das Schweizer Team an der WM vom 9.−17. Oktober 2026 in China gut geschlagen. Es verfehlte nur knapp den 3. Platz im Team-Ranking. Der «Seeblick» hat sich mit Weltmeisterin Rahel Seger unterhalten.

Rahel, du hast an der Weltmeisterschaft für Wakesurfen in China eine Goldmedaille geholt. Hast du damit gerechnet?
Rahel Seger: Nein. Ich wusste zwar, dass ich eine Chance auf einen Podestplatz hatte, aber mit der Goldmedaille hatte ich nie gerechnet. Das war unerwartet und deshalb umso schöner. Die Gold-Medaille habe ich im Skim-Style gewonnen, in der Kategorie Masters.

Ist der Skim-Style dein bevorzugter Stil? Oder der Surf-Style?
Eigentlich war ich im Surf-Style immer stärker. Dort fährt man ein etwas grösseres und dickeres Brett, mit dem man ähnlich surft wie im Ozean. Beim Skim-Style hingegen fährt man ein kleineres und dünneres Brett, das sich leicht drehen lässt. Es ähnelt eher dem Skateboarden. Auch die Tricks, die man macht, sind ähnlich: Spins, Shove-its und Airs.

Auch im Surf Style hast du eine Medaille geholt.
Ja, da habe ich die Silber-Medaille errungen. Gleich zwei Medaillen nach Hause zu bringen, macht mich schon stolz und motiviert mich sehr.

Wie viele Teilnehmer und aus welchen Nationen haben mitgemacht?
Insgesamt waren 120 Athleten aus über 20 Nationen dabei. Wir waren alle im selben Hotel untergebraucht. Es herrschte eine mega Stimmung mit vielen tollen Wiedersehen. Da wir schon länger Competitions fahren, kennen wir viele Athleten aus der ganzen Welt.

Hatte das Schweizer Team eine Chance im Team-Ranking?
Wir waren zehn Teilnehmer aus der Schweiz mit insgesamt 14 Starts und haben den 3. Platz nur knapp verpasst. Das ist eine grosse Leistung, denn wir sind ein kleines Land und haben weniger Trainingszeit als Teilnehmende aus wärmeren Ländern.

Wann hast du mit diesem Sport angefangen?
Eine Kollegin hat mich 2014 aufs Boot von Mike Kunz eingeladen, der heute mein Partner ist. Er hat auch an der Weltmeisterschaft teilgenommen und zwar in der höchsten Kategorie.

Ist es schwierig, diese Sportart zu erlernen?
Als ich zum ersten Mal auf einem Wakesurfboard stand, fühlte es sich nicht wie Sport an. Ich war völlig im Körper, in der Bewegung − eins mit dem Brett. Ein Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit. Genau das hat mich begeistert. Am Anfang fährt man mit einem Seil, bis man das Gleichgewicht gefunden hat und lernt, das Board zu steuern. Später lässt man das Seil los und surft frei auf der Welle. Danach ist die Lernkurve recht steil.

Wie gross ist die Szene in der Schweiz?
Wakesurfen ist zwar noch ein Nischensport, aber es gibt immer mehr Leute, die ihn erlernen wollen. Hier am Bodensee haben wir Glück, weil der See genug Platz zum Trainieren bietet. Viele Leute besitzen bereits ein sogenanntes Wake-Boot, das die Surfwelle produziert und so das Üben ermöglicht.

Hast du nun Wakesurfen zu deinem Beruf gemacht?
Genau, ich und Mike haben alles auf eine Karte gesetzt, weil wir den Sport so lieben. Mit getwake.ch bieten wir einen Online-Shop mit Ausrüstung fürs Wakesurfen an. In Zürich haben wir auch einen physischen Laden. Kunden schätzen unsere Beratung und Erfahrung.

Bietet ihr noch andere Services an?
Ja, wir unterrichten den Sport für jedes Level. Die Szene wächst rasant. Wir trainieren immer mehr Junioren, die sich fürs Wakesurfen entschieden haben. Die Community wird grösser, unser Know-how ebenfalls, und wir freuen uns, wenn wir unser Können und unsere Erfahrung weitergeben dürfen. Es macht einfach Spass.

Wo trainiert ihr? Im Winter?
Im Sommer trainieren wir hier auf dem Bodensee. Ende Jahr gehen wir oft nach Abu Dhabi, um weiterzutrainieren. Im Wakesurfen ist Kraft weniger wichtig als Balance, Körperhaltung und mentale Stärke. Anfang Jahr gibt es dann Ferien, in denen wir nur zum Vergnügen Wellensurfen. getwake.ch

Elisabeth Fry

 

Die Schweizer Resultate an der Weltmeisterschaft
Die vier Schweizer Medaillen:
•    Rahel Seger – Gold, Masters Women Wake Skim
•    Rahel Seger – Silber, Masters Women Wake Surf
•    Abygaelle Perren – Gold, Grom Girls Wake Skim
•    Abygaelle Perren – Silber, Grom Girls Wake Surf

Weitere Schweizer Finalplatzierungen:
•    Michael Kunz – 5. Rang, Open Men Wake Surf
•    Michael Kunz – 5. Rang, Open Men Wake Skim
•    Xymena Lampert – 4. Rang, Under 18 Women Wake Skim
•    Mathieu Perren – 4. Rang, Under 18 Men Wake Surf
•    Mathieu Perren – 5. Rang, Under 18 Men Wake Skim
•    Matia Erba – 5. Rang, Veterans 1 Men Wake Surf
•    Nina Träger – 6. Rang, Open Women Wake Skim
•    Adina Vetsch – 7. Rang, Open Women Wake Skim
•    Jeff Degiacomi – 11. Rang, Open Men Wake Skim
•    Louis Lang – 11. Rang, Open Men Wake Skim

In der Gesamt-Teamwertung erreichte die Schweiz mit 650 Punkten den 4. Rang unter 19 Nationen. (eing.)

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