«Seeblick»-Sommerserie − Strassennamen, benannt nach berühmten Persönlichkeiten

  17.07.2026 Kultur&Natur, Romanshorn

Schnittstelle von Geist und Jugend: Es scheint kein Zufall zu sein, dass in Romanshorn Primar-, Sekundar- und Kantonsschule umringt sind von Strassen/Wegen mit Namen grosser Dichter, Schriftsteller, Denker − und eines Literatur-Nobelpreisträgers. Umgeben vom Geist der grossen Schweizer Schriftsteller und Pädagogen gehen die Schülerinnen und Schüler hier buchstäblich auf den Pfaden von Pestalozzi und Gotthelf zur Schule – ein Viertel, das Bildung nicht nur verwaltet, sondern atmet.

Geistesviertel «Bermudadreieck»: Das Wort «Zelg» stammt aus der alten Schweizer «Dreifelderwirtschaft» und bezeichnete ursprünglich ein grosses zusammenhängendes Stück Agrarland vor den Toren des alten Dorfes. Wo früher auf der weiten Zelg (dem Weitenzelg) Getreide angebaut und geerntet wurde, steht heute das grösste Wissens- und Bildungszentrum der Region: der Bildungs-, Sport- und Freizeit-Campus Weitenzelg. So kann man sagen: statt Korn wird hier heute sprichwörtlich die Bildung der Thurgauer Jugend kultiviert und geerntet – eingebettet in die Strassen der grossen Denker.

Die Gottfried-Keller-Strasse etwa oder der Gotthelfweg sind hier also mehr als nur Adressen auf einem Stadtplan. Sie bilden den Rahmen für den Lebensabschnitt der Jugendlichen in der Sekundarschule. Die grossen Autoren, die diese Wege säumen, haben sich auch mit den Fragen des Erwachsenwerdens beschäftigt − das Quartier kann als ein symbolischer Raum für Reifung und Bildung bezeichnet werden.
 

Gottfried Keller (1819−1890)
Gottfried Keller war einer der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller, Dichter und Politiker des 19. Jahrhunderts. Bekannte Werke: «Der grüne Heinrich», «Kleider machen Leute» oder «Die Leute von Seldwyla». Er erlangte mit ihnen Weltruhm.
 

Heinrich Pestalozzi (1746−1827).
Der Vorreiter der Pädagogik. Ihm war es wichtig, dass Schulbildung für alle Kinder möglich ist. Die Stadt Romanshorn ehrt sein Erbe, unter anderem auch mit dem Pestalozzischulhaus der Primarschule, dessen Geschichte bis ins Jahr 1909 zurückreicht.
 

Jeremias Gotthelf (1797−1854)
Er war Theologe und Schriftsteller. Insgesamt schrieb er 13 Romane und 75 Erzählungen. Besonders bekannt sind seine Werke «Die schwarze Spinne» (die Novelle wurde dreimal verfilmt) sowie die Romane «Ueli der Knecht» und «Ueli der Pächter», auch «Anne Bäbi Jowäger», die vom Schweizer Regisseur Franz Schnyder verfilmt wurden.
Quellen:
wikipedia.org

Historisches Lexikon der Schweiz HLS
 

 
Carl Spitteler, Nobelpreisträger, Bild Quelle                     Foto: Hansjürg Oesch

Carl Spitteler (1845−1924)
Carl Spitteler erhielt 1919 den Nobelpreis für Literatur und ist damit der einzige gebürtige Schweizer Literaturnobelpreisträger. Im selben Jahr wurde er mit dem Grossen Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet.

Carl Spittelers Vater Karl wirkte als Delegierter des Kantons Basel-Landschaft an der Ausarbeitung der Schweizerischen Bundesverfassung von 1848 mit. (Staatsarchiv Basel-Landschaft). 

Die Carl-Spitteler-Strasse in Romanshorn wurde in den 1950er-Jahren im Zuge des Baus der dortigen Wohnsiedlung benannt.
 


  
by Jean de Humnicki (1803−), www.helveticarchives.ch   Foto: Hansjürg Oesch

Guillaume-Henri Dufour (1787−1875)
Henri Dufour war der erste Schweizer General der Armee des Schweizer Bundestaates, Befehlshaber im Sonderbundskrieg und einer der fünf Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Zudem war er Ingenieur, Kartograf (vielen Wanderfreunden ein Begriff) und Humanist. Die Dufourspitze, der mit 4634 m ü. M. höchste Berg der Schweiz, wurde auch nach ihm benannt.
 

Friedrich Schiller (1759−1805)
Friedrich Schiller war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Dramatiker und Historiker. Uns Schweizern natürlich durch das Drama «Willhelm Tell» bestbekannt, das 1804 zur Uraufführung kam. Es wurde weltweit unzählige Male adaptiert, darunter etliche Male für das Kino und Fernsehen. Die genaue Zahl ist schwer bezifferbar, da es seit den Anfängen des Films (bereits ab 1903/1913) Dutzende nationale Umsetzungen, Stummfilme und Fernsehproduktionen gibt.
Beispiele:

  • Wilhelm Tell (1956): Eine deutsche TV- und Theaterverfilmung mit Albin Skoda in der Titelrolle.
  • Wilhelm Tell (1960): Eine bedeutende schweizerisch-österreichische Produktion unter der Regie von Karl Hartl und Michel Dickoff, die unter Schweizer Kulturgüterschutz steht.
  • William Tell (2025): Eine internationale Hollywood-Neuverfilmung mit Claes Bang in der Hauptrolle und unter der Regie von Nick Hamm. Der Film, der sich von Schiller inspirieren liess, wurde hauptsächlich in Rom und Südtirol gedreht.

Redaktion/ Hansjürg Oesch
Fotos: Hansjürg Oesch

Quellen:
wikipedia.org/


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