Sensen für die Biodiversität

  02.12.2021 Kultur&Natur

In den vergangenen Herbsttagen konnte der Vogel- und Naturschutz Romanshorn einen besonderen Einsatz zugunsten der Biodiversität leisten. Im Ortsteil Straubenhaus an der Aach gibt es ein − für Romanshorner Verhältnisse − ziemlich steiles Wiesenbord, das mit herkömmlichen Maschinen kaum zu bewirtschaften ist.

Das Besondere daran ist, dass es in der Region Oberthurgau solche mageren und artenreichen Wiesenflächen nicht mehr gibt. Durch hohe Nährstoffeinträge aus Verkehr und Landwirtschaft wurden seltene Pflanzen durch Löwenzahn und Gräser verdrängt und mit ihnen auch Schmetterlinge und andere Insekten.
Leider wurde das Bord in letzter Zeit wenig gepflegt. Der letzte Hort heimischer Magerwiesenvielfalt droht hier verloren zu gehen. In den letzten 100 Jahren sind 99 % unserer Magerwiesen verschwunden und auf nährstoffreichen Böden kann man sie nicht mehr regenerieren.
Umso erfreulicher ist es, dass mit einer Truppe von Freiwilligen die Mahd mit der Sense, die besonders schonend ist, wieder eingeführt werden konnte. Zum Znüni gab es Süssmost und Birnenbrand von Bäumen aus der Nachbarschaft und das Mittagessen wurde vom bewirtschaftenden Landwirt gesponsert. Hand in Hand, so sollen Naturschutz und Landwirtschaft funktionieren. Mit Respekt und Verständnis beider Seiten.

Marco Bertschinger
Vogel- und Naturschutz Romanshorn und Umgebung


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