Solarverein stellt sich die Frage nach der Zukunft

  14.03.2026 Wirtschaft, Romanshorn

Weil der Verkaufspreis für Solarstrom abnimmt, ist die Zukunft des örtlichen Solarvereins ungewiss: Der Vorstand wird für die nächste Jahresversammlung mögliche Optionen vorlegen.

Eigentlich ist es eine erfreuliche und darum erfolgreiche Geschichte: Seit der Gründung vor dreissig Jahren hat der Solarverein Romanshorn wesentlich zum Bau von mehreren, grösseren Solaranlagen beigetragen: «In unseren Statuten war – und ist es noch heute – festgeschrieben, dass der Verein ‹die Bevölkerung durch den Bau und Betrieb von Solarstromanlagen mit der Nutzung der Sonnenenergie vertraut macht›. Gleichzeitig soll ‹der Anteil Solarstrom vor Ort durch entsprechende Anlagen erhöht werden›.» Beides sei nicht mehr nötig respektive zielführend, so Präsident Patrik Fink an der Jahresversammlung: «Erstens ist Solarstrom erfreulicherweise zum Mainstream geworden. Und zweitens führt bereits heute die Produktion von Solarstrom – zumindest im Sommer – zu Überschüssen und zu zunehmenden Überlastungen der Netzinfrastruktur.

Konkret
Über technische Hintergründe durch Neuerungen am Solarstrommarkt informierte dann Joh van der Bie, Geschäftsleiter des EWR: «Bis Ende 2025 war die Vergütung für rückgelieferten Solarstrom ausgerichtet auf die vermiedenen Kosten. Jetzt spielen die vierteljährlich gemittelten Marktpreise eine Rolle und führen zu weiter sinkenden Vergütungen des in das Netz eingespeisten Stroms. Und das hat selbstverständlich auch Folgen für den Solarverein. Genauso wie die nun mögliche Leistungsbegrenzung von PV-Anlagen: Mit dieser Drosselung soll die (sehr wohl gewünschte und sinnvolle) Produktion von Solarstrom netzdienlicher ausgestaltet werden, sprich, sollen die Kosten für den Netzausbau nicht aus dem Ruder laufen.»

Finanziell gesund
Im laufenden Berichtsjahr war die PV-Anlage auf dem Reckholdern-Turnhallendach in Betrieb genommen worden, erklärte Kassier Gustav A. Saxer: «Insgesamt hat der Solarverein knapp 153’000 Franken investiert. Dank Förderfinanzierung, Vorfinanzierung und Abschreibungen stehen momentan alle PV-Anlagen des Vereins mit 11’030 Franken zu Buche. Wie bereits ausgeführt, wird sich der Erlös unserer Anlagen massiv reduzieren. Darum macht es auch Sinn, sich jetzt über die Zukunft des Vereins Gedanken zu machen, wenn es ihm finanziell gut geht.»

Der Vorstand – Patrik Fink, Gustav Saxer, Joel Herzog und Lisa Ledergerber – erhielt den Auftrag, an der nächsten Jahresversammlung diesbezügliche Vorschläge vorzulegen.

Markus Bösch


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