Stabwechsel beim Thurgauer Gewerbeverband
02.04.2025 PolitikAn der Delegiertenversammlung des Thurgauer Gewerbeverbands (TGV) erfolgte der Stabwechsel von Hansjörg Brunner zu Diana Gutjahr. Etwa 350 Personen, darunter 240 Delegierte sowie zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, gaben dem Anlass einen würdigen Rahmen.
Hansjörg Brunner, der den grössten und wichtigsten Wirtschaftsverband des Kantons Thurgau über drei Jahrzehnten prägte – davon die letzten zwölf Jahre als Präsident – verabschiedete sich mit einer emotionalen Ansprache von den Mitgliedern. «Danke an alle – tausend Dank für alles!» Mit Wehmut und tiefer Dankbarkeit blickte er auf die langjährige Verbandstätigkeit zurück. Er betonte, stets die unternehmerischen Interessen der Gewerbler in den Mittelpunkt gestellt zu haben, auch wenn es in der Vielfalt der Mitglieder des TGV nicht immer möglich gewesen sei, allen gerecht zu werden. «Mir ging es immer nur um die Sache und die Fakten, nie um persönliche Animositäten», erklärte Brunner.
Besonders freute es ihn, dass mit seiner langjährigen Vizepräsidentin und Nationalrätin Diana Gutjahr eine kompetente und politisch erfahrene Nachfolgerin bereitsteht. In seinem Ausblick auf die Zukunft der politischen Arbeit hob Brunner hervor, dass das Engagement des Gewerbes angesichts der geopolitischen Entwicklungen weiter an Bedeutung gewinnen werde.
Nachdem der Vorstand Brunner in den Stand des Ehrenpräsidenten erhoben hatte, gab es einen lang anhaltenden Applaus der Anwesenden, der Brunner sichtlich rührte. Er bedankte sich herzlich und wies darauf hin, dass all seine Erfolge nur mit der Unterstützung seiner Frau Monika möglich gewesen wären.
Neuer Stiftungsrat des Berufsbildungscampus Ostschweiz
Es folgten die Wahlen in den Stiftungsrat des Berufsbildungscampus Ostschweiz, bei dem Silvia Sutter und Thomas Hofer für ihre Verdienste geehrt und verabschiedet wurden. Der neu zusammengesetzte Stiftungsrat setzt sich aus erfahrenen Mitgliedern aus Wirtschaft und Politik sowie den Ausbildungsorganisationen zusammen.
Einstimmige Wahl von Diana Gutjahr zur neuen Präsidentin
Der Höhepunkt des Abends war die einstimmige Wahl von Diana Gutjahr zur neuen Präsidentin des TGV. «Diana Gutjahr muss man nicht vorstellen», sagte Hansjörg Brunner, der auf die grossen Verdienste seiner Nachfolgerin hinwies. Die Wahl erfolgte ohne Gegenstimme und wurde mit grossem Applaus begleitet.
In ihrer Antrittsrede bedankte sich Diana Gutjahr für das Vertrauen und betonte, dass sie die Verantwortung, die mit dem Amt verbunden ist, mit grosser Freude annehme. Sie würdigte Hansjörg Brunner als einen Weggefährten, der stets mit Engagement und Ausdauer für die Interessen des Gewerbes eingetreten sei. Als neue Präsidentin wolle sie klar Stellung beziehen und die verschiedenen Gewerbe-Positionen mit Nachdruck vertreten. Es brauche den kontroversen Diskurs, aber am Schluss müsse daraus eine geeinte Stimme ertönen, wenn das Gewerbe gehört werden wolle. «Etwas weniger ‹ich›, dafür etwas mehr ‹wir› gäbe ein grösseres Stück für alle.»
Wahlen und Verabschiedungen im Kantonalvorstand
Im Rahmen der Versammlung standen auch Erneuerungswahlen auf der Tagesordnung. Bestätigt wurden im Kantonalvorstand Martina Pfiffner Müller, Rico Kaufmann, Mathias Tschanen, Martin Lörtscher, Beda Stähelin und Renzo Mascherin. Für den zurückgetretenen Viktor Gschwend wurden Michèle Strähl, Rechtsanwältin und FDP-Kantonsrätin, sowie Rolf Schläpfer, Präsident von Jardin Suisse Thurgau, neu in den Vorstand gewählt. Diana Gutjahr würdigte Viktor Gschwend, der sich viele Jahre mit innovativen Ideen und grossem Engagement für die Lehrlingsausbildung im Vorstand eingesetzt hatte.
Lobesbotschaften und Abschluss
Zum Abschluss des Abends gab es zahlreiche Lobesbotschaften für Hansjörg Brunner von politischen und wirtschaftlichen Vertretern, darunter Grossratspräsident Peter Bühler, Fabio Regazzi, Ständerat und Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, sowie Regierungspräsident Walter Schönholzer. Renzo Mascherin und Beda Stähelin überreichten dem scheidenden Präsidenten humorvolle Abschiedsgeschenke.
Beim Apéro hatten die Gäste Gelegenheit, mit dem «alten» Präsidenten und seiner Nachfolgerin anzustossen und die Stabwechsel gebührend zu feiern.
Peter Mesmer / Redaktion