Thurgau: Telefonbetrug 2025 auf Höchststand
02.02.2026 Polizeimeldungen, Uttwil , Salmsach, RomanshornIm vergangenen Jahr wurden rund 60 Telefonbetrugsfälle angezeigt, die Täter erbeuteten dabei knapp 1,6 Millionen Franken. Die Kantonspolizei Thurgau hat mehrere Geldabholer ermittelt.
Im Durchschnitt erbeuteten die Täter pro Fall knapp 27'000 Franken, zweimal war die Schadenssumme sogar sechsstellig. Sowohl die Fallzahl als auch die Schadenssumme bedeuten einen Höchststand im Vergleich zu früheren Jahren. Die meisten Fälle wurden während zweier Wellen im August/September und gegen Ende Jahr zur Anzeige gebracht. Betroffen waren in erster Linie Frauen und Männer im Alter von 60 bis 90 Jahren.
Die Opfer erkennen den Betrug in der Regel erst nach der Geldübergabe, deshalb erfolgt die Meldung an die Polizei mit Verzögerung. Trotzdem hat die Kantonspolizei Thurgau im vergangenen Jahr rund ein Dutzend Geldabholer ermittelt und bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Auch das ist ein langjähriger Höchststand.
Perfide Masche
Neben wenigen klassischen Schockanrufen waren die Betrüger vor allem mit der «Banken-Revisionsstelle»-Masche aktiv. Dabei geben sie sich als Mitarbeiter einer Bank aus und machen auf verdächtige Kontobewegungen aufmerksam. Die Opfer erhalten dann die angebliche Nummer der Polizei und haben gleich die nächsten Betrüger in der Leitung. Diese überzeugen die Geschädigten davon, bei der Bank im Rahmen einer Betrugsermittlung Geld abzuheben. Weil es sich angeblich um Falschgeld handelt, soll es an einen «Kurier der Staatsanwaltschaft» übergeben werden.
Diese Masche ist besonders perfid, weil die Opfer mit dem Rückruf auf eine echte Schweizer Telefonnummer tatsächlich den Eindruck haben, mit der Polizei zu sprechen. Diese Rufnummern haben die Betrüger aber im Vorfeld registriert und können sie bei Bedarf auch schnell wechseln.
Bitte Vorsicht
Die Kantonspolizei Thurgau hat auch im vergangenen Jahr mehrfach und auf verschiedenen Kanälen vor Telefonbetrug gewarnt und auf die Maschen der Kriminellen aufmerksam gemacht.
Viele der Geschädigten haben älter klingende Vornamen. Man muss deshalb davon ausgehen, dass die Täter für ihre Anrufe gezielt nach solchen Namen in den Online-Telefonverzeichnissen suchen. Eine der wichtigsten Schutzmassnahmen ist deshalb, den Eintrag in den Verzeichnissen zu löschen oder zu kürzen (z.B. «E.» anstatt «Elisabeth»).
Entgegen der leider noch immer weit verbreiteten Annahme handelt es sich bei den Opfern nicht um hilflose Personen. Viele stehen mitten im Leben und werden von den Kriminellen überrascht und auf dem falschen Fuss erwischt.
Die Kantonspolizei Thurgau ist dankbar für Unterstützung – «sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über dieses Thema».
Mehr Infos und Tipps sind unter kapo.tg.ch/telefonbetrug zu finden.
Mehr Präventionstipps und Infos gibt es auch auf den Webseiten telefonbetrug.ch der Kantonspolizei Zürich sowie schockanrufe.ch der Schweizerischen Kriminalprävention.
Kantonspolizei Thurgau
