Kanton Thurgau startet mit den PFAS-Beprobungen
14.04.2026 PolitikIm Mai startet der Kanton Thurgau im Rahmen des Projekts «Erfassung, Koordination und Begleitung der PFAS-Situation im Kanton Thurgau» mit den Milch- und Bodenbeprobungen.
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind Industriechemikalien mit vielfältigen Stoffeigenschaften: Sie sind unter anderem fett-, schmutz- und wasserabweisend und sehr stabil. Eine nationale Untersuchungskampagne von Trinkwasserproben im Jahr 2023 hat ergeben, dass im Kanton Thurgau die heute geltenden PFAS-Höchstwerte nicht überschritten werden. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass auch im Kanton Thurgau erhöhte PFAS-Belastungen vorkommen. Daher hat der Regierungsrat im August 2025 den Projektauftrag zur «Erfassung, Koordination und Begleitung der PFAS-Situation im Kanton Thurgau» erteilt. Das dreijährige Gesamtprojekt wurde per 1. Januar 2026 lanciert. Für die dreijährige Projektlaufzeit sind Fr. 517'000 Sachmittel und durchschnittlich 160 bis 220 Stellenprozente (befristet) veranschlagt.
Projektgruppe hat Zeitplan erarbeitet
Um die im Projekt formulierten Ziele zu erreichen und die PFAS-Situation zu erfassen, hat die Projektgruppe einen Zeitplan erarbeitet, wann welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Um belastete Regionen, sogenannte Hotspots, zu identifizieren, untersucht das kantonale Laboratorium ab Mai Milchproben. Die Ergebnisse sollen aufzeigen, in welchen Regionen möglicherweise eine erhöhte PFAS-Belastung vorliegt und wo vertiefte Abklärungen notwendig sind.
Zudem werden Bodenmessungen vorgenommen, zum einen in Form von Archivproben und zum anderen in Form von neuen Messungen. Auch in den Abwasserreinigungsanlagen werden Messungen durchgeführt.
Bei der Beprobung des Grundwassers wird auf das nationale (Naqua-Programm) wie auch kantonale Grundwasserprogramm zurückgegriffen. Bei den Oberflächengewässern werden in einem ersten Schritt einzugsgebietsbezogene Einzelmessungen durchgeführt. Der Kanton Thurgau ist zudem Teil des nationalen Grundwassermonitorings.
Sämtliche Messungen dienen dazu, die PFAS-Situation im Kanton Thurgau zu erfassen. Im Projekt geht es aber auch um die Folgen möglicher Nachweise von PFAS. Dies betrifft die Verursacherthematik bei den Feuerwehren oder die Unterstützung (Case Management) von Landwirtinnen und Landwirten bei erhöhten Werten auf dem Landwirtschaftsbetrieb. Die vom Regierungsrat bewilligte Summe enthält indes keinen PFAS-Sonderkredit für eine allfällige finanzielle Unterstützung stark betroffener Landwirtschaftsbetriebe. Mittel für den Sonderkredit und zusätzliche Mittel für das Case Management würden dem Grossen Rat beantragt, sobald die betroffenen Flächen und Betriebe sowie die zu ergreifenden Massnahmen bekannt sind.
Weitere Informationen unter PFAS oder PFAS - Case Management
Amt für Umwelt des Kantons Thurgau