Uttwil und sein Wasser – eine Kostprobe

  28.08.2025 Wirtschaft, Uttwil

Es gilt als selbstverständlich, dass aus jedem Leitungshahn sauberes Wasser fliesst und bedenkenlos getrunken werden kann. Der «Seeblick» nimmt dies zum Anlass, um mit dem Verantwortlichen der Wasserversorgung Uttwil über das wichtigste Grundnahrungsmittel zu sprechen.

Auf die Frage, ob Uttwil immer genug Trinkwasserreserven aufweist, kommt vom Technischen Leiter der Wasserversorgung, Hanspeter Boltshauser, ein verhaltenes «Ja». Wasser sei genug vorhanden, komme es doch aus dem Bodensee, aber die nötige elektrische Energie zum Hochpumpen des Seewassers sei für die vorgelagerten Seewasserwerke von zentraler Bedeutung. Uttwil bezieht rund 95 Prozent des Wassers vom EWR Romanshorn und hat mit dem Amriswiler REA-Pumpwerk in Kesswil eine zweite Einspeisung.

Qualitativ hochstehendes Lebensmittel
Über zwei Einspeiseleitungen erreicht das Bodenseewasser Uttwil. Dieses Wasser wird von den beiden Produktionsstandorten zu einem überregionalen Reservoir auf dem Gemeindegebiet Amriswil gepumpt. Die Qualität wird mit regelmässigen Proben vor Ort überwacht. Zudem werden viermal pro Jahr Wasserproben bei Endkunden genommen und vom kantonalen Labor geprüft. Nebst der Sicherstellung der Wasserqualität ist mit den Wasserlieferanten die zur Verfügung stehende Wassermenge pro Tag vertraglich geregelt.

Problematisch werde es im Sommer, bei Hitzeperioden und voll besetztem Campingplatz, wenn plötzlich deutlich mehr Wasser benötigt wird. Beim Überschreiten der vereinbarten Menge steigen die Kosten massiv an, so Hanspeter  Boltshauser. Sein Wunsch an die Bevölkerung: Mit dem Trinkwasser behutsam umgehen und sich immer bewusst werden, dass es sich um ein qualitativ hochstehendes Lebensmittel handelt.

Netzinfrastruktur zu 75 Prozent erneuert
Hanspeter Boltshauser schätzt sich glücklich, dass in den vergangenen Jahren die Uttwiler Leitungen kontinuierlich saniert werden konnten. Veraltete, rostige Leitungen aus Gusseisen und Stahl wurden durch Kunststoffleitungen ersetzt. Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hätten die Strategie des Gemeinderates zur Sanierung immer unterstützt. Heute habe Uttwil noch maximal zwei bis drei Leitungsunterbrüche pro Jahr. Anders sah es Anfang der 2000er-Jahre aus, da musste alle paar Wochen ein Flick im Netz der 17 Kilometer Hauptleitungen und elf Kilometer Hausanschlüsse repariert werden.

Wasserwart Roland Roth aus Güttingen betreut das Wasserleitungsnetz von Uttwil und führt Reparaturen und Erneuerungen aus. Das Leitungsnetz ist so ausgelegt, dass im Brandfall genügend Löschwasser zur Verfügung steht. Dafür sind in Uttwil 120 Hydranten platziert und einsatzbereit.

25 Jahre in den Diensten der Wasserversorgung
Hanspeter Boltshauser führt ein Elektroplanungsbüro in Amriswil. Vor 25 Jahren übernahm er im Nebenamt die Verantwortung als Technischer Leiter der Wasserversorgung. Er koordiniert für Uttwil jährlich die Infrastrukturarbeiten sämtlicher Gemeindewerke.

Markus Studerus


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