Vogelgrippe: Kontroll- und Beobachtungsgebiet entlang des Rhein- und Bodenseeufers

  01.12.2021 Brennpunkt

Im Zürcher Unterland wurde am Dienstag, 23. November 2021, ein Fall von Vogelgrippe festgestellt. Der Kanton Thurgau ist nicht direkt betroffen, scheidet aber auf Geheiss des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen vorsorglich ein Kontroll- und ein Beobachtungsgebiet entlang des Rheins sowie des Ober- und Unterseeufers aus. Dort gelten für Geflügelhaltungen verbindliche Biosicherheitsmassnahmen. Des Weiteren sind alle Geflügelhalterinnen und -halter im ganzen Kanton aufgerufen, vorbeugende Massnahmen zu treffen. Das Virus ist nach heutigen Erkenntnissen für den Menschen nicht gefährlich.

Nach mehreren Fällen bei Wildvögeln in Baden-Württemberg ist nun im Kanton Zürich ein Fall von Aviärer Influenza aufgetreten. Da diese insbesondere auch von Wasservögeln übertragen werden kann und eine Ansteckung weiterer Hausgeflügelbestände unbedingt verhindert werden soll, gilt es nun, die nötigen Präventionsmassnahmen zu ergreifen. Hierzu hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am 26. November 2021 eine entsprechende Verordnung erlassen. Die darin vorgesehenen Massnahmen gilt es nun zeitnah umzusetzen.

Kontrollgebiet
Im Kanton Thurgau wird deshalb mit sofortiger Wirkung ein tierseuchenpolizeiliches Kontrollgebiet in einem ein Kilometer breiten Streifen entlang des Bodenseeufers (Ober- und Untersee) sowie entlang des Rheinufers ausgeschieden. Innerhalb dieses Kontrollgebiets gelten für alle dort ansässigen Geflügelhaltungen die nachfolgend aufgeführten tierseuchenpolizeilichen Massnahmen:

- Damit Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermieden werden, muss Hausgeflügel so gefüttert und getränkt werden, dass die Futter- und Tränkestellen nicht für Wildvögel zugänglich sind.
- Gänse- und Laufvögel müssen getrennt vom übrigen Hausgeflügel gehalten werden.
- Wasserbecken, die für gewisse Hausgeflügelarten aus Tierschutzgründen vorgeschrieben sind, müssen ausreichend vor wildlebenden Wasservögeln abgeschirmt werden.
- Wenn Auslaufflächen weiterhin genutzt werden, sind sie mit einem Netz mit höchstens 4 cm Maschenweite abzudecken.
- In Geflügelhaltungen müssen die Hygienemassnahmen im Seuchenfall angewendet werden. Für Kleinhaltungen wird die Einrichtung einer Hygieneschleuse empfohlen.
- Märkte, Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen, an denen Geflügel aufgeführt wird, sind verboten.


Beobachtungsgebiet
Weiter wird ein tierseuchenpolizeiliches Beobachtungsgebiet in einem drei Kilometer breiten Streifen entlang des Bodenseeufers (Ober- und Untersee) sowie entlang des Rheinufers ausgeschieden. Die genaue Gebietsführung des Kontroll- und Beobachtungsgebiets ist im ThurGIS abrufbar (https://map.geo.tg.ch/gsu963z1TKr).
Innerhalb des Beobachtungsgebiets müssen alle dort ansässigen Geflügelhaltungen, die mehr als 100 Hühnervögel halten, Aufzeichnungen zu umgestandenen Tieren und besonderen Krankheitsanzeichen machen. Dies soll die Aufmerksamkeit der Tierhalterinnen und Tierhalter erhöhen, damit sie einen möglichen Eintrag des  Vogelgrippevirus in ihrem Bestand möglichst rasch erkennen und untersuchen lassen können. Die Massnahmen für das Beobachtungsgebiet gelten auch für das Kontrollgebiet. Darüber hinaus werden alle Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter im ganzen Kanton Thurgau gebeten, eigenverantwortlich Massnahmen zu ergreifen um den Kontakt zwischen Wildvögeln und ihrem Hausgeflügel zu unterbinden.

Betroffene Halterinnen und Halter werden direkt informiert
Die vom Kontroll- und Beobachtungsgebiet direkt betroffenen rund 370 Thurgauer Geflügelhalterinnen und -halter werden mit einer Individualverfügung bedient. Detailliertere Informationen zu den erforderlichen Massnahmen finden Geflügelhalterinnen und -halter auf der Webseite des Veterinäramts (https://veterinaeramt.tg.ch/wichtige-aktuelle-informationen/merkblattvogelgrippe-vom-blv.html/11719). Zudem werden die Massnahmen als Allgemeinverfügung im nächsten Amtsblatt publiziert und ebenfalls auf der Websitedes Veterinäramts veröffentlicht.

Tote Wildvögel melden
Bislang gibt es auf dem Gebiet des Kantons Thurgau keinen bestätigten Fall von Vogelgrippe. Personen, die tote Wildvögel finden, sollen diese dennoch nicht berühren, sondern den Fund den örtlichen Jagdaufsehern und Jagdaufseherinnen melden. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht weiterhin keine Gefahr für den Menschen. Geflügelprodukte wie Poulet-Fleisch und Eier können nach wie vor ohne Bedenken konsumiert werden.
Weitere Informationen zum Schutz des Hausgeflügels finden sich auf der Webseite des Veterinäramtes (https://veterinaeramt.tg.ch/wichtige-aktuelle-informationen/merkblattvogelgrippe-vom-blv.html/11719) sowie des BLV (https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierseuchen/uebersicht-seuchen/alletierseuchen/ai.html).

Veterinäramt Kanton Thurgau / red.

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