Vögel im Winter: schweizweite Vogelzählung hat stattgefunden
14.01.2026 Kultur&NaturAm vergangenen Wochenende haben trotz wechselhaftem Wetter rund 5000 Personen in der ganzen Schweiz mitgeholfen, die Vögel des Siedlungsraums zu zählen. Dabei haben sie insgesamt rund 136’000 Vögel entdeckt. Die rekordhohe Beteiligung entspricht dem Trend der letzten Jahre: Immer mehr Menschen beobachten und zählen Vögel. Es macht Spass und ermöglicht Naturerlebnisse. Insbesondere, wenn die Gärten naturnah gestaltet sind und entsprechend viele Vogelarten anlocken.
Der jüngste Wintereinbruch hat dafür gesorgt, dass am vergangenen Wochenende die Vögel vermehrt den Siedlungsraum aufgesucht haben. Dies zeigen die Beobachtungen an der nationalen Zählaktion «Stunde der Wintervögel»: Arten wie die Wacholderdrossel oder der Buchfink, die ansonsten bevorzugt im Agrarland oder im Wald leben, wurden im Vergleich zum letzten Jahr häufiger und insbesondere in grösseren Trupps gemeldet. Auch bei den Dohlen oder den Bergfinken – hübsche Gäste aus Nordeuropa – konnten grössere Trupps gesichtet werden. Der Buntspecht, der im letzten Jahr in rund 20% der Gärten gesichtet worden war, kam in diesem Jahr in fast jedem dritten Garten vor, aus dem Beobachtungen gemeldet wurden.
Kleinräumige Strukturen für Vögel attraktiv
Gerade wenn Schnee und Eis die Nahrungssuche erschweren, ist der Siedlungsraum mit seinen kleinräumigen Strukturen für die Vögel attraktiv, um an Futter zu gelangen. Voraussetzung dafür sind jedoch Gärten und Parks mit einheimischer Vegetation und vielen naturnahen Strukturen, die für die Tiere als Überwinterungsplätze und Futterstellen dienen. BirdLife Schweiz setzt sich unter anderem mit Beobachtungsaktionen wie der «Stunde der Wintervögel» dafür ein, dass mehr einheimische Pflanzen und mehr naturnahe Strukturen bei Gartenbesitzenden, Immobilienbewirtschaftenden und auch in den Gemeinden zur gängigen Praxis werden.
Biodiversität erhalten mit Gestalten wertvoller Lebensräume
Die Biodiversität ist in der Schweiz besonders stark bedroht, die Roten Listen sind proportional länger als diejenigen all unserer Nachbarländer. «Langfristig können wir die Vogelwelt und die Biodiversität insgesamt nur erhalten, wenn wir in allen Habitaten für wertvolle Lebensräume sorgen, also im Kulturland, im Siedlungsraum, in Feuchtgebieten oder auch im Wald», betont Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. BirdLife engagiert sich deshalb in zahlreichen Projekten für die Schaffung solcher Lebensräume und damit für die Förderung der Biodiversität und gefährdeter Arten.
Aber auch im Kleinen kann jede und jeder im eigenen Garten mit einheimischen Bäumen, Büschen oder Blumenwiesen zur Förderung der Biodiversität beitragen. Sogar ein kleiner Balkon mit einheimischen Blumen trägt dazu bei. Heute ist die Biodiversität im Siedlungsraum vielerorts bereits höher als im intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet. Und es besteht weiterhin viel Potenzial für ihre Förderung.
Überraschungen der Wintervogelzählung
Der am häufigsten gezählte Vogel am letzten Wochenende ist wiederum der Haussperling (22’721 Individuen), gefolgt von der Kohlmeise (13’671 Ind.) und der Rabenkrähe (12’799 Ind.). Dies entspricht den Erwartungen der Vogelexperten. «Wir beobachten seit Jahren eine Konzentration auf wenige anspruchslose Arten. Lebensraum-Spezialisten hingegen werden immer seltener. Daher überraschen die Plätze eins bis drei nicht», erklärt Raffael Ayé.
Meldungen von über 2700 Stieglitzen oder 316 Zaunkönigen, die Sämereien bzw. naturnahe Strukturen wie zum Beispiel Asthaufen benötigen, zeigen jedoch, dass die naturnahe Gartenpflege bereits an einigen Orten praktiziert wird. «Davon brauchen wir mehr!»
Die vollständigen Ergebnisse sind in Tabellen- oder Kartenform unter stunde-der-wintervoegel.ch zu finden.
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Redaktion / BirdLife Schweiz
