Von der Postkarte zu Social Media

  11.06.2026 Kultur&Natur, Romanshorn

Was früher die Postkarten waren, sind heute Kanäle der verschiedenen Social-Media-Plattformen – und einiges gab es auch schon vor hundert Jahren: Cristina Roduner zeigte historische Zusammenhänge auf, passend zur laufenden Ausstellung «Der Blick zurück» im Museum am Hafen in Romanshorn.

Mit einer Postkarte konnte man bereits 1860 beweisen «Ich war da», ganz ähnlich, wie es heute Millionen von Selfies tun: «Unanständig waren Postkarten früher, weil sie ‹offen›, also für alle lesbar, waren. Und in Grossstädten wurden Postkarten bis 11-mal täglich zugestellt. Das erinnert an heutige Push-Nachrichten. Beliebt waren Postkarten auch darum, weil damals das Telefon ein teurer Luxus gewesen ist. Von 1869 bis 1916 kostete eine Postkarte gerade mal 5 Rappen. Und noch ein Vergleich: Die allgegenwärtigen Emojis war damals die ‹Briefmarkensprache› − also je nach Aufklebwinkel änderte die Bedeutung für den Adressaten», erzählte die Kommunikationsfachfrau Cristina Roduner.

Album und Werbung
Während es in früheren Zeiten sogenannte Alben mit Postkarten gab, werden heute Fotos auf dem Handy gesammelt – immer auch mit dem Hinweis «Schaut her, wie schön ich es habe». Und auch in der Werbebranche wurden Postkarten eingesetzt: Mitunter gab es ganze Reklame-Abteilungen, die ebensolche Postkarten fürs Anpreisen von touristischen Hotspots und Produkte gestalteten. Und mit Bestell-Postkarten wurden früher (und auch noch heute) Alltagsund Luxusgegenstände bestellt. «Heute genügt ein Klick», so die Referentin.

Angesprochen wurden abschliessend auch problematische Aspekte von Social Media.

Markus Bösch


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