Zehn Prozent der Thurgauer Waldfläche sind als Waldreservat ausgeschieden

  07.02.2026 Kultur&Natur, Romanshorn, Uttwil

Mit der Inkraftsetzung der Schutzanordnungen für die Waldreservate Immenberg und Altenburgertobel auf den 1. Januar 2026 sind im Kanton Thurgau 34 Objekte mit einer Waldfläche von insgesamt 2023 Hektaren als Waldreservat ausgeschieden. Damit hat der Thurgau das von Bund und Kantonen vorgegebene Ziel, zehn Prozent der Waldfläche bis 2030 als Waldreservat auszuscheiden, erreicht.

Die Grundlage für die Ausscheidung von Waldreservaten durch die Kantone bildete das Bundesgesetz über den Wald aus dem Jahr 1991, das den Wald unter anderem als naturnahe Lebensgemeinschaft schützt. Hierzu bot es den Kantonen die Möglichkeit, angemessene Flächen als Waldreservate auszuscheiden. Mit dem «Konzept Waldreservate Schweiz» folgte 1998 eine detailliert ausgearbeitete fachtechnische Grundlage für die Ausscheidung von Waldreservaten.

2001 verabschiedeten die Konferenz der kantonalen Forstdirektoren und das Bundesamt für Umwelt die «Leitsätze einer Waldreservatspolitik Schweiz». Man setzte sich gemeinsam zum Ziel, bis 2030 zehn Prozent der Waldfläche als Waldreservat auszuscheiden.

Auenschutzgebiete und Waldreservate über mindestens 50 Jahre gesichert
Im Thurgau wurde mit dem Ittinger Wald 1997 das erste Waldreservat ausgeschieden. Anschliessend folgte 2002 die Ausscheidung der nationalen Auenschutzgebiete Hau/Äuli, Schäffäuli und Wyden, deren bewaldete Teile analog wie Waldreservate beplant sind, und daher den Waldreservaten angerechnet werden.

2004 erfolgte die Inkraftsetzung des mit 234 Hektaren ausserordentlich grossen Waldreservats Schaaren mit seinen seltenen Eichen-Hagebuchen-Wäldern in den politischen Gemeinden Diessenhofen und Schlatt. Getoppt wurde dieser Wert in der Folge nur durch das Waldreservat Mammerner Wald/Ibtobel mit 274 Hektaren. Mit den Waldreservaten Immenberg und Altenburgertobel sind nun 34 Objekte mit einer Waldfläche von insgesamt 2023 Hektaren als Waldreservat ausgeschieden. Alle Auenschutzgebiete und Waldreservate sind über mindestens 50 Jahre gesichert.

Vielfältige Wälder mit Fokus Eichen und Auen
Aus schweizweiter Sicht sind im Kanton Thurgau die Auenwälder entlang der Thur und die alten Eichenbestände aus ehemaliger Mittelwaldbewirtschaftung von besonderer Bedeutung. Entsprechend lag ein Schwerpunkt auf der Ausscheidung von Waldreservaten in diesen Räumen. Wie eine Perlenschnur reihen sich von Salenstein bis Romanshorn die acht mehrheitlich eichendominierten, aus ehemaliger Mittelwaldbewirtschaftung bestehenden Waldreservate entlang des Seerückens aneinander. Diese Eichenbestände werden weiterhin entsprechend ihrem Schutzziel gepflegt und zur Förderung der Eiche werden auch neue Eichenflächen begründet.

Die Parzellen in den Waldreservaten gehören rund 300 Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern. Das Forstamt dankt diesen für die gute Zusammenarbeit, die teilweise bereits seit zwei Jahrzehnten andauert.

Forstamt des Kantons Thurgau


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