Schifflivesengge
12.03.2026 Kolumnen, RomanshornHänzidagwüsst? Romanshorn baut eine neue Autofähre, mhm. Mit 82 Plätzen., mhm. Für Turischte, mhm. Für rund 8,2 Millionen Franken, worschindli. Allerdings wird sie nicht fahren. Sie wird versenkt.
Sauguet: eine Fähre, die gar nicht über den See fährt, sondern dauerhaft unter Wasser gedrückt wird. Technisch ist das gar nicht so einfach. Wasser hat die unangenehme Eigenschaft, Dinge nach oben drücken zu wollen.
Deshalb muss dieses Schiff besonders schwer gebaut werden. Mit extra dicken Betonplatten, viel Stahl und allem, was nötig ist, damit es ganz sicher unten bleibt unznieneinesaicht. Nöganzbillig!
Die Fähre trägt übrigens bereits einen Namen: «Tüüfgaraschamhafe».
Das Konzept ist eigentlich genial. Autos fahren hinein, die Fahrer steigen aus, und dann bleibt alles schön unter dem Wasserspiegel verborgen. Voussegseschnüüt – ausser vielleicht ebizli See, der ganz unauffällig Druck auf das Bauwerk ausübt. Fachleute nennen das eine «weisse Wanne». Laien wie ich sagen: ein Schiff, das nicht schwimmen darf. Im Gegensatz zu einer normalen Tiefgarage kostet üsi 30tuusig meh pro Platz, also ca. 100 000.− Schtuz. För an Platz.
Und selbstverständlich funktioniert auch das Geschäftsmodell. Die Autoparker bezahlen fürs Parkieren. Und jede Parkierung bringt ziemlich viel weniger ein, als sie eigentlich kostet. Ausser – soweit meine einfache Milchbüechlirächnig − eine Stunde Parkzeit schlüge mit 6 Franken zu Buch. Aber das gehört zum Konzept. Schliesslich baut man so eine Tüüfgarasch nicht, um Geld zu verdienen. Man baut sie, weil man es kann und weil man es hätt.
Doch es gibt einen kleinen Spartrost: Wenn das Hotel nicht gebaut wird, gibt’s auch keine Tüfgaraschamhafe. Oder im Umkehrschluss: Die Tiefgarage braucht es für das Hotel. Sonst offenbar nicht. Wird ja dann nicht gebaut.
Mein Vorschlag zur Güte: Wir versenken keine Tiefgarasche sondern das Projekt.
Peter Fratton
