Schoggi & Co.

  06.08.2026 Kolumnen, Romanshorn, Salmsach, Uttwil

Wieder haben wir den Geburtstag der Schweiz gefeiert. Ich wusste gar nicht, dass es zwei mögliche Geburtsjahre gibt, für mich war es immer 1291. Diverse Festreden, von Guy Parmelin bis Simon Blümcke, über Werte und Freundschaft, über Zusammenhalt und Innovation fanden landauf, landab zahlreiche Zuhörer. Es ging um allerlei Dinge, die die Schweiz auszeichnen, z B. das Sackmesser, den Sparschäler, Uhren, Reissverschluss, etc. und um Schoggi. Das ist mein Lieblingsthema und ich habe etwas besser aufgepasst als bei den anderen Themen.

Ich liebe Schoggi und esse sie oft recht gedankenlos. So habe ich mir bisher nicht bewusst gemacht, wie viel Aufwand es für so eine normale 100g-Tafel braucht. Die Kakaofrucht wird geerntet, von Hand geöffnet, die Kakaobohnen werden herausgelöst, es braucht rund hundert Früchte für 100 Gramm Schokolade, die Bohnen werden fermentiert und getrocknet, das dauert etwa 3 Wochen. Dann werden sie geröstet und gemahlen. Erst durchs Mischen mit Kakaobutter, Zucker, verschiedenen Aromen wird das Ganze zu Schokolade. Ein gewichtiger Schritt ist das Conchieren und das wurde, wie kann es anders sein, in der Schweiz erfunden, auch wenn eher zufällig. Stundenbis tagelang wird die Masse gerührt und warmgehalten. Das ergibt dann Schokolade, die wahrlich auf der Zunge zergeht und nicht nur mich zum Schmelzen bringt. Genau dieser Schmelzprozess im Mund erzeugt offenbar das Glückgefühl, das viele beim Verzehr von Schokolade empfinden. Leider ist es wie bei allem: Allzu viel ist ungesund … und apropos ungesund, scheinbar ist dunkle Schokolade in Massen genossen wirklich gesund. Sogenannte Flavanole, die im Kakao enthalten sind, halten die Blutgefässe elastisch und können den Blutdruck geringfügig senken. Also: je dunkler die Schokolade, desto höher ist der Anteil der Flavanole. Das ist tröstlich.

Was mir auch noch geblieben ist vom heurigen Nationalfeiertag ist das absolute Feuerwerksverbot. Und: Hand aufs Herz, das hat sich sehr positiv auf Mensch und Umwelt ausgewirkt. Kein Krach, kein Abfall, keine verschreckten Kinder oder Tiere − Feiern geht auch ganz ohne Lärm.

Ingrid Meier


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