Gewalt hat viele Gesichter
11.06.2026 Romanshorn: offizielle MitteilungenHäusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt hat viele Ursachen und viele Gesichter. Sie ist in der Schweiz wie auch anderswo weit verbreitet. Alle können betroffen sein. Frauen haben aber ein erhöhtes Risiko. Um dem entgegenzuwirken, setzt eine aktuelle Kampagne des Bundes da an, wo Gewalt häufig beginnt: bei Machtungleichgewichten und diskriminierenden Normen.
Wo beginnt Gewalt?
Geschlechtsbezogene, sexualisierte und häusliche Gewalt beginnt selten mit Schlägen. Sie passiert mit Worten und Gesten und gehört zum Alltag vieler Menschen, in der Öffentlichkeit und im privaten Umfeld.
Wie sich Gewalt im Alltag zeigt:
- Sexistische Sprüche
- Aufdringliche Blicke
- Abwertende Kommentare über Aussehen, Fähigkeiten, Intelligenz
- Ständige Kontrollanrufe durch den Partner, die Partnerin
Solche Momente mögen harmlos wirken. Sie sind aber Ausdruck von fehlendem Respekt, diskriminierenden Vorstellungen und ungleichen Machtverhältnissen und sie bereiten möglicherweise den Weg für schwerere Übergriffe.
Gewalt kann alle treffen – aber nicht alle gleich
Wenn Menschen gleiche Rechte, Chancen und Handlungsmöglichkeiten haben, werden Machtungleichgewichte, diskriminierende Normen und Abhängigkeiten reduziert. Das hilft, Gewalt zu verhindern und Betroffene zu stärken. Gleichstellung im Alltag zu leben, kann Gewalt also entgegenwirken. Dazu gehört, anderen Menschen auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen. Aber auch Gewalt jeglicher Art zu erkennen und nicht wegzuschauen, wenn jemand abgewertet, beleidigt, belästigt oder bedroht wird. Zudem gilt es, Betroffene konsequent ernst zu nehmen und zu unterstützen.
Ermutigen, über Gewalt zu sprechen
Gewalterfahrungen sind mit vielen Unsicherheiten und Ängsten verbunden. Die Kampagne soll Mut machen, über das Thema zu sprechen und sich Hilfe zu holen – egal, ob Gewalt erlebt, beobachtet oder ausgeübt wird.
Hilfsangebote bekanntmachen
Es gibt zahlreiche Hilfs- und Beratungsstellen in der Schweiz. Damit Betroffene, ihr Umfeld und Personen, die ihr Verhalten hinterfragen, bevor Worte und Handlungen andere verletzen, die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Lassen wir niemanden, der Gewalt erlebt, allein.
Wir alle können etwas dagegen tun:
- Indem wir das Schweigen brechen und uns Unterstützung holen, auch wenn wir noch nicht sicher sind, ob das, was wir erleben, Gewalt ist.
- Indem wir als Aussenstehende Gewalt nicht tolerieren und Betroffenen Hilfe anbieten oder Hilfe holen.
- Und indem wir uns selbst kritisch hinterfragen, bevor unsere Worte und Handlungen andere verletzen.
Stadt Romanshorn
Ressort Gesundheit
Beratungsstellen und Angebote
Opferhilfe Schweiz
www.opferhilfe-schweiz.ch
BENEFO
Fachstelle Opferhilfe Thurgau, Frauenfeld
T: 052 723 48 26 (Erwachsene)
T: 052 723 48 23 (Kinder, Jugendliche)
[email protected]
FIZ
Opferschutz Menschenhandel, Zürich / Thurgau
FIZ setzt sich für den Schutz und die Rechte von Migranten/-innen ein, die von Gewalt und Ausbeutung betroffen sind.
T: 044 436 90 00
[email protected]
Bei akuter Gefahr
117 (Polizei)
Bei bedrohlichen Situationen oder akuter Gewalt
Bei medizinischen Notfällen
144 (Rettungsdienst)
Bei Verletzungen oder gesundheitlichen Notfällen
Nationale Opferhilfenummer 142
Beratung für Betroffene und Angehörige bei physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt
Mehr Information auf:
www.ohne-gewalt.ch
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