Spitzenwerte bei der Abwasserreinigung – doch Feuchttücher bereiten Sorgen
07.04.2026 Uttwil: offizielle MitteilungenDie ARA Niederholz zieht eine positive Bilanz 2025. Bei der Elimination von Schadstoffen erreicht die Anlage Bestwerte. Sorgen bereitet den Verantwortlichen jedoch ein Trend in den Haushalten, der die Technik zunehmend lahmlegt.
Hervorragende Reinigungswerte über das ganze Jahr 2025Die Jahresauswertung 2025 der Reinigungsleistung zeigt, dass die Kläranlage technisch auf höchstem Niveau arbeitet. Besonders stolz ist das Team auf die hohe CSB-Elimination (Chemischer Sauerstoffbedarf) und N (Stickstoff). Diese Werte sind ein entscheidender Indikator für die organische Belastung des Abwassers. Je höher die Elimination, desto sauberer verlässt das Wasser die Anlage in Richtung Bodensee.
Auch bei den Nährstoffen setzt die Anlage Massstäbe:
- Phosphorelimination: Durch gezielte Fällungsprozesse werden Phosphoreinträge, die in Gewässern zu Algenwachstum führen, konsequent minimiert.
- Ganzjährige Nitrifikation: Auch bei niedrigen Temperaturen im Winter, gelingt es der Anlage Ammonium stabil in Nitrat umzuwandeln.
- Stickstoffelimination: Dank einer optimierten Prozesssteuerung und des intermittierenden Verfahrens wird der Gesamtstickstoffgehalt ganzjährig zuverlässig über 2/3 eliminiert, was den Schutz unserer Gewässer nachhaltig verbessert.
Dank der laufenden Sanierung und Erneuerung der Schaltanlagen und des Prozessleitsystems, können die einzelnen Prozesse noch feiner aufeinander abgestimmt werden. Die aktive Bewirtschaftung des Kanalnetzes ist ein weiterer Schlüssel, dass die Anlage über 24 Stunden eine konstante Belastung verarbeiten kann. Mit diesen Schritten kann neu die Biologie voll ausgelastet werden. Die Investitionen zahlen sich in der Reinigungsleistung sichtbar aus.
Das Problem in der Leitung: Die „Vlies-Falle“
Trotz der exzellenten Ergebnisse am Ende des Reinigungsprozesses kämpft das Personal mit einem wachsenden Problem am Anfang der Kette, in den Pumpwerken. Der Unterhaltsaufwand für die Pumpstationen ist in den letzten Jahren massiv gestiegen.
Der Grund dafür sind Feuchttücher, die über die Toiletten entsorgt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichem Toilettenpapier lösen sich diese Vliestücher im Wasser nicht auf.
Die Tücher verzwirbeln sich in den Schächten zu reißfesten Zöpfen. Diese blockieren die Pumpenräder, was zu Notabschaltungen und teuren Reparatureinsätzen führt.
Der Zweckverband bittet die Bevölkerung daher dringend, Feuchttücher, Kosmetiktücher und Hygieneartikel ausschließlich über den Restmüll zu entsorgen. Nur so kann ein störungsfreier Betrieb der über 20 Pumpwerke im Einzugsgebiet gewährleistet und die Abwassergebühren stabil gehalten werden.
Während die Biologie der Kläranlage mit den chemischen Belastungen hervorragend fertig wird, bleibt der mechanische Schutz der Pumpwerke eine Aufgabe, bei der die Mithilfe aller Bürger gefragt ist.
Es danken die Klärmeister der ARA Niederholz