«Worte von anderen wirken, abgrenzen hilft»
23.03.2026 Kirchen, RomanshornAm diesjährigen Frauenfrühstück stellte die Beraterin Sibylla Haas aus Weinfelden vor, wie es gelingen kann, sich gegen die Wirkmacht von Worten abzugrenzen. Über 100 Frauen folgten der Einladung.
Das Frauenfrühstück wird von einem Team aus verschiedenen Kirchen aus Romanshorn organisiert: Der erste Teil mit Frühstück gehört ganz dem Gespräch und Austausch. Im jeweils zweiten Teil steht ein Thema im Mittelpunkt: Diesmal stellte die Beraterin Sibylla Haas das Tool «Meine Welt und deine Welt» vor, eine Möglichkeit, die Konflikte verhindern und das Zusammenleben entspannter machen kann.
«Wir sind nicht gleich»
«Weil Worte mächtig wirken, sind sie es auch von andern. Manchmal fehlt die Abgrenzung und wir sind getroffen, wütend, blockiert und fühlen uns ausgeliefert. Das habe ich in den ersten vier Jahrzehnten meines Lebens nur zu oft selbst erfahren», erzählte Haas. Dann sei ihr dieses Tool sozusagen über den Weg gelaufen, sie habe es geschenkt erhalten. Das Tool, das sie «Meine Welt und deine Welt» nennt: «Seien Sie sich bewusst, dass Sie einzigartig sind. Auch weil sie jede Situation und Erfahrung des eigenen Lebens deuten und bewertet haben. Weil jede sprechende Person denkt: Genau so ist es! und sie gleichzeitig einzigartig ist, hat das Gesagte im Grund nichts mit mir zu tun», erläuterte Haas.
Abgrenzen und selber entscheiden
Genau darum sei es opportun und eben richtig, sich abgrenzen zu dürfen, all das Gesagte zu prüfen und zu entscheiden, was ich aufnehme und verarbeiten will: «Ich kann damit besser zuhören, offen bleiben, nehme Druck weg und muss nicht in Widerstand gehen. Ich kann mir konkret vorstellen, eine imaginäre Glasscheibe hochzuziehen, an der Worte abprallen. Oder ich schaue damit sozusagen einen ‹Film X›, der mich interessiert (und nicht blockiert). Dann kann ich eher fragen, zuhören, wünschen, spiegeln und vielleicht auch danken. Ich bin überzeugt davon, dass es so gelingen kann, auch bei schwierigen Themen offen zu bleiben und dass damit Mitgefühl und Grossherzigkeit für andere Menschen wachsen kann.»
Markus Bösch

